Ricke erwartet Übernahmen
Telekom arbeitet an den Preisen

Die Telekom verteidigt mit Krallen und Zähnen ihre Marktanteile im Festnetzbereich und im Mobilfunk, denn die Konkurrenten holen lassen nicht nach. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke kündigt das „Ende der paradiesischen Zeiten für den Wettbewerb“ an. Denn im Herbst arbeitet der Platzhirsch an den Preisen.

HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom plant ab dem Herbst eine radikale Vereinfachung ihrer Preismodelle. „Im Festnetz bedeutet das Pauschaltarife für den Anschluss inklusive Leistungen für Telefonieren, Surfen oder Fernsehen - oder eine Kombination der drei“, sagte Ricke dem Handelsblatt. „Im Mobilfunk darf niemand mehr Angst vor den Telefonkosten haben.“ Seiner Konkurrenz sagt der Telekom-Chef den Kampf an: „Ab Herbst sind die paradiesischen Zeiten für den Wettbewerb zu Ende.“

Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, will Ricke in neue Netze investieren, die auf dem Internet-Protokoll basieren und wesentlich weniger Wartung und weniger Personal benötigen. Eine eigene Produktion von Inhalten etwa für das Internet-Fernseh-Angebot der Telekom schloss Ricke aus. „Wir werden kein Unternehmen, das Inhalte produziert. Wir stehen immer in der Gefahr, zu viel gleichzeitig zu machen. Deshalb konzentrieren wir uns auf das Anschlussgeschäft.“

Zudem erwartet Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke weitere Übernahmen in der europäischen Telekommunikationsbranche. „Die Konsolidierung in der europäischen Telekomindustrie wird kommen“, sagte er. „Allerdings wird das noch eine Weile dauern. Im Moment sprechen die politischen Rahmenbedingungen, die Brüssel setzt, dagegen.“ Langfristig sei es aber auch in Europa nötig, Konzerne nach dem Vorbild einer amerikanischen Verizon zu schaffen. „Die Amerikaner haben verstanden, was der Markt verlangt - nämlich starke Wettbewerber zu kreieren. Ähnliche Tendenzen sehen wir derzeit in Asien. Die europäische Telekomindustrie muss aufpassen, dass sie hier nicht den Zug verpasst.“

Die Telekom selbst kann sich derzeit zwar vereinzelte Zukäufe im Ausland vorstellen. Sie plant aber nicht, überall als integrierter Anbieter von Mobilfunk, Festnetz und Internet aufzutreten. „Das ist nicht unsere Strategie. Wir entscheiden abhängig von dem jeweiligen Markt, wie wir uns vor Ort aufstellen“, sagte Ricke. Bisher hatte der Konzernchef stets gesagt, er wolle im Ausland nur da zukaufen, wo die Telekom bereits eine Beteiligung besitzt und deren Wert durch eine Akquisition steigern könne.

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