Riesenverlust bei Infineon-Tochter
Qimonda versinkt in roten Zahlen

Der Chiphersteller hat im vergangenen Quartal mit jedem Euro Umsatz mehr als einen Euro Verlust gemacht - insgesamt fast 600 Millionen Euro. Experten sprechen von einem „Horrorquartal“, das den Mutterkonzern Infinion schwer belasten wird. Auch die Wettbewerber leiden unter dem hohen Preisdruck in der Branche.

jojo. MÜNCHEN. Der Speicherchiphersteller Qimonda schlittert immer tiefer in die Verlustzone. Im abgelaufenen Quartal hat das Münchener Unternehmen einen Fehlbetrag von 598 Mill. Euro verbucht. Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent auf 513 Mill. Euro ein. Qimonda begründete die schlechten Zahlen mit einem massiven Preisverfall des Hauptprodukts, der sogenannten Dram-Chips.

Analysten zeigten sich überrascht von dem hohen Verlust. Sie hatten zwar tiefrote Zahlen erwartet. Mit Abschreibungen auf Lagerbestände von 122 Mill. Euro und Restrukturierungskosten von 33 Mill. Euro hatten sie allerdings nicht gerechnet. So sprachen die Experten der LBBW denn auch von einem „Horrorquartal“.

Konzernchef Kin Wah Loh hat dem Unternehmen nun einen strikten Sparkurs verordnet. „Die größte Herausforderung ist jetzt, dass wir auf jeden Cent achten, den wir ausgeben“, sagte der Manager. Die Pläne für eine neue Fabrik in Singapur hat er deshalb bereits auf Eis gelegt.

Qimonda hat allen Grund, sparsam zu sein. Denn im vergangenen Quartal sind die Barmittel von 707 Mill. Euro auf 374 Mill. Euro geschmolzen. Deshalb prüfe das Unternehmen jetzt, ob es sich frisches Geld beschaffen müsse, sagte Loh. Dabei gehe es nicht um Kapitalmaßnahmen, sondern um Kredite. Bislang habe Qimonda geringe Schulden, deshalb gebe es hier Spielraum.

Unter den hohen Verlusten von Qimonda leidet auch der Münchener Chiphersteller Infineon. Europas zweitgrößter Halbleiterproduzent hält noch immer 77,5 Prozent an seiner ehemaligen Halbleitersparte. Die Analysten von Independent Research rechnen damit, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Infineon im abgelaufenen Quartal mit 435 Mill. Euro belastet wird. Bislang hatten die Experten 265 Mill. Euro erwartet.

Deshalb steht auch die Infineon-Aktie schwer unter Druck. Mit einem Minus von zeitweise knapp acht Prozent gehörten die Papiere gestern zu den schwächsten Werten im Dax. Der Kurs notiert nur noch bei sechs Euro, dem tiefsten Wert seit Jahren.

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