Riesige Steuernachzahlungen drohen
Spanische Konzerne am Pranger

Spanischen Konzernen, die Konkurrenten im Ausland übernahmen, drohen riesige Steuernachzahlungen. Die Unternehmen profitierten möglicherweise von ungerechtfertigten Steuervorteilen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Im Visier sind Namen, die in Deutschland wohl bekannt sind.

HB BRÜSSEL. Die Behörde eröffnete deshalb ein förmliches Prüfverfahren. Das spanische Steuergesetz erlaube es heimischen Unternehmen, den Erwerb von Beteiligungen an ausländischen Firmen steuerlich abzuschreiben.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte: „Viele glauben, dass diese Regelung spanische Unternehmen begünstigt, die im Ausland Unternehmensbeteiligungen erwerben. Im Rahmen dieser Untersuchung werden wir feststellen, ob diese Behauptungen zutreffen.“

Nach Angaben ihres Sprechers geht es um „sehr viel Geld“. Einen Betrag nannte er nicht. Falls die Behörde die Steuervorteile für illegal erklärt, müsste die spanische Regierung diese Subventionen von Unternehmen wie Telefónica und Iberdrola zurückfordern. Der Kommission liegen mehrere Anfragen von Europaparlamentariern und förmliche Beschwerden von Unternehmen vor.

In der Vergangenheit machten Unternehmenskäufe spanischer Konzerne im Ausland Schlagzeilen: So die Übernahme von O2 durch den Telekomkonzern Telefónica, der Kauf von Scottish Power durch den Energiekonzern Iberdrola und die Übernahmeofferten von Sacyr, Albertis und Cintra für Autobahnkonzessionen in Frankreich.

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