Riesige Summe für Vodafone
Milliardengeschäft auf US-Telefonmarkt möglich

Der US-Telefonkonzern Verizon steht kurz davor, den Partner Vodafone auszuzahlen. Mit 130 Milliarden Dollar zusätzlich in der Kasse könnte Vodafone den Markt in Europa und Deutschland aufrollen.
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New York, DüsseldorfAuf dem US-Telekommunikationsmarkt zeichnet sich ein riesiges Geschäft ab. Der britische Mobilfunker Vodafone verhandelt mit dem US-Telekomkonzern Verizon über den Verkauf seines Anteils am Gemeinschaftsunternehmen Verizon Wireless. Das bestätigen die Briten am Donnerstag. Es sei aber noch unklar, ob eine Einigung zustande komme.

Für den 45-prozentigen Anteil des britischen Telekommunikationskonzerns Vodafone bietet Verizon rund 130 Milliarden US-Dollar, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise berichteten. Mit dem frischen Geld in der Kasse könnte Vodafone vor allem sein Europa-Geschäft stärken. Das erhöht gewaltig den Druck auf Konkurrenten wie die Deutsche Telekom.

Das Übernahmeangebot könnte bereits in der ersten September-Woche publik gemacht werden, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person zur Nachrichtenagentur Reuters. Eine zweite Quelle nannte den 2. September. Sollten die Konzerne dieses Mal wirklich getrennte Wege gehen, wäre es die drittgrößte Unternehmensübernahme überhaupt.

Verizon sucht schon seit Jahren nach Wegen, um den ungeliebten Partner loszuwerden. Ein Sprecher wollte sich zu den Berichten nicht äußern. Die Aktien von Vodafone schnellten nach der Nachricht an der Londoner Börse in der Spitze um neun Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren – die Verizon-Titel legten in New York 2,6 Prozent zu.

Seit mehr als einem Jahrzehnt betreiben Verizon und Vodafone gemeinsam das erfolgreiche Mobilfunkunternehmen. Im Gegenzug für die geplante Komplettübernahme werde das US-Unternehmen umgekehrt Vodafone seinen 23-prozentigen Anteil an Vodafone Italia im Wert von rund 4 Milliarden Euro zurückgeben, hieß es laut den Insidern.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte ein Insider, dass Verizon bereits mit Banken über die nötigen Milliardenkredite spreche. Auch in den Verkaufsverhandlungen habe das Telekommunikationsunternehmen nach Angaben von Informanten schon erste Details ausgearbeitet. So will der US-Gigant für den Anteil mit einer Mischung aus Aktienvermögen und Bargeld zahlen. Für die Bargeld-Komponente würde sich Verizon möglicherweise 50 Milliarden Dollar oder mehr leihen, sagen die Insider.

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  • "In Deutschland gehörte das frühere Bundespostnetz dem Steuerzahler; und er hat es mit Sicherheit auch mit Steuergeld finanziert" - Beide Aussagen sind falsch.
    Kein Meter des früheren Bundespostnetzes wurde mit Steuergeld finanziert. So leid mir das für Ihr Weltbild auch tut.

  • 130 Milliarden davon gehen weg 10 Mrd für Kabel Deutschland, weiter Italien und viele andere Netze. Die NSA wird's freuen.
    Sie hat in Vodafone einen verlässlichen Partner. In Amerika braucht sie Vodafone nicht.

  • In Deutschland gehörte das frühere Bundespostnetz dem Steuerzahler; und er hat es mit Sicherheit auch mit Steuergeld finanziert.

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