Riesiger Deal in der Medienlandschaft
Springer und Pro Sieben sprechen über eine Fusion

Es wäre ein Erdbeben für die Medienlandschaft: Der Axel-Springer-Verlag und Pro Sieben Sat.1 verhandeln über eine Fusion. Die Gespräche sind in einem frühen Stadium. Die Aktienkurse beider Unternehmen starteten mit Gewinnen in den Tag.
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Düsseldorf/München/Berlin/FrankfurtDas Verlagshaus Axel Springer und die Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 sprechen über einen Zusammenschluss. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Die Konzerne würden dann über eine gemeinsame Marktkapitalisierung von rund 14,4 Milliarden Euro verfügen. Die Gespräche seien jedoch in einem sehr frühen Stadium und könnten jederzeit scheitern. Pro Sieben Sat.1 lehnte eine Stellungnahme ab.

Axel Springer dementierte lediglich Spekulationen dass die Verlegerin Friede Springer die Kontrolle über das Unternehmen abgeben könnte. Die mögliche Fusion wollte der Konzernam Dienstag nicht kommentieren. Der Konzern äußere sich „zum Wahrheitsgehalt von Marktspekulationen grundsätzlich nicht“, teilte eine Sprecherin mit. Die Axel Springer SE arbeite unverändert an der Umwandlung der Rechtsform des Unternehmens in eine KGaA. Das Ziel sei, die Kontinuität der Kontrolle durch die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co./Friede Springer langfristig sicherzustellen und Wachstumsoptionen zu erschließen. Zuvor hatte bereits das „Wall Street Journal“ über die Verhandlungen berichtet.

Laut Insidern sei ein möglicher Deal eher eine Frage von Monaten als von Wochen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Friede Springer, die Großaktionärin des Verlags, sei über die Gespräche unterrichtet. ProSiebenSat.1 hat keine dominierenden Aktionäre mehr, seit die Finanzinvestoren KKR und Permira ihre Anteile komplett an die Börse brachten.

Die Spekulationen haben den Aktien der beiden Konzerne am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Springer-Titel stiegen um bis zu 8,5 Prozent auf 51,31 Euro, die Aktien der TV-Senderkette zogen zeitweise um 3,5 Prozent auf 46 Euro an. Börsianer bezweifelten allerdings, dass die Erfolgschancen einer Fusion aktuell größer seien als beim ersten Anlauf vor zehn Jahren. „Die Kartellbehörden prüfen Zusammenschlüsse in der Medienbranche sehr akribisch“, betonte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Springer hatte einen Großteil seiner Zeitungen an den Regionalzeitungskonzern Funke („WAZ“) abgegeben, ist aber nach wie vor einer der größten Verleger des Landes. Sowohl Springer als auch ProSiebenSat.1 haben in den vergangenen Jahren ihr Digitalgeschäft massiv ausgebaut und zählen zu den größten Internetportalbetreibern Deutschlands. ProSiebenSat.1 teilt sich den deutschen Privatfernsehmarkt fast allein mit dem Erzrivalen RTL Group aus dem Hause Bertelsmann.

Axel Springer hatte bereits 2006 versucht, Pro Sieben Sat.1 zu übernehmen. Doch das Bundeskartellamt und die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hatten die Fusion untersagt. Sechs Jahre später hat allerdings der bayerische Verwaltungsgerichtshof geurteilt, dass zumindest die KEK dem Medienhaus die für die Übernahme nötige Unbedenklichkeitserklärung nicht hätte verweigern dürfen. Die KEK habe mit der Entscheidung ihren Handlungsspielraum damals „in mehrfacher Hinsicht überschritten“. Die Entscheidung des Bundeskartellamts wurde nicht kassiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Riesiger Deal in der Medienlandschaft: Springer und Pro Sieben sprechen über eine Fusion"

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  • Dabei bildet die BLÖD-Zeitung so schön, nicht wahr?

  • Die ohnehin dominanten atlantischen Medienblöcke fusionieren zu noch mehr Stärke. Germany, the 51st state ...

  • jaja, der böse Axel Springer war den Linken schon immer ein Dorn im Auge. Doch im Gegensatz zu denen steht Springer zum freiheitliche Rechtsstaat.

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