RIM-Chef Thorsten Heins
„Der neue Blackberry 10 kann viel mehr als das iPhone“

Um auf dem Smartphone-Markt wieder den Anschluss zu finden, muss Blackberry-Hersteller RIM einiges ändern. Dazu gehört auch der Führungswechsel. Der neue Chef Thorsten Heins weiß, was getan werden muss.
  • 7

Handelsblatt: Herr Heins, an Ihrem ersten Tag im Amt ist die RIM-Aktie um sieben Prozent eingebrochen. Ein schlechtes Omen?

Thorsten Heins: Ich glaube, da darf man nicht dünnhäutig sein. Vor dem Wechsel an der Spitze gab es viele Gerüchte über eine Aufspaltung des Konzerns. Jetzt sind viele kurzfristige Investoren wieder ausgestiegen. Der Kurs steigt jetzt im Übrigen wieder.

Handelsblatt: Die Hauptkritik war, dass sie als Insider für die alte, bislang nicht so erfolgreiche Geschäftspolitik stehen. Trifft Sie das?

Heins: Ein Chef von außen führt auch nicht immer zum Erfolg. Ich bin Vorstandschef geworden, eben weil ich das Unternehmen kenne und weiß, was getan werden muss. Ich glaube, ich kann die Kritiker am besten widerlegen, wenn ich über die Zeit Erfolge liefere.

Handelsblatt: Was müssen Sie jetzt ändern?

Heins: Wir müssen stärker in den Markt für Konsumenten gehen und vor allem müssen wir uns besser vermarkten. Auch sollten wir unseren Kunden besser zuhören. Zuletzt haben wir oft nicht früh genug erkannt, wie sich die Wünsche der Kunden ändern.

Handelsblatt: Wie meinen Sie das?

Heins: Der Blackberry ist sehr verwurzelt in seinem Wertesystem: Batterie-Laufzeit, Netzwerk-Effizienz, schnelles Tippen und Sicherheit waren immer unsere Stärken. Aber vor allem in den USA können wir damit allein die Leute nicht mehr begeistern. Dass die Batterie lange hält, ist vielen nicht mehr so wichtig. Die Leute sind bereit, ihr iPhone alle vier Stunden wieder aufzuladen. Schauen Sie sich mal die Flughäfen an. Alle Steckdosen sind belegt.

Handelsblatt: Wie kann es sein, dass eine Firma wie RIM so etwas verpasst?

Heins: Wir hatten Probleme. RIM ist so schnell gewachsen, dass wir manchmal unsere Pläne nicht einhalten können. Als ich zu RIM gekommen bin, waren wir 6 000 Mitarbeiter. Drei Jahre später waren wir 20 000. Wenn man so schnell wächst, muss man die Abläufe ändern. Wir sind kein großes Start-up mehr. Wir brauchen jetzt ein diszipliniertes Prozess-Management.

Kommentare zu " RIM-Chef Thorsten Heins: „Der neue Blackberry 10 kann viel mehr als das iPhone“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich betreibe 60 Blackberry´s in einem Netzwerk.
    Leider schwenkt RIM jetzt wohl final zum Klicki-Klicki Handy um

    4 Stunden Akkulaufzeit ?

    Wir brauchen min 48 Std für Heavyuser.

    Private Anwendungen wie Facebook, Twitter ?
    Brauchen wir nicht.

    Wir brauchen !

    1.)Sicherheit
    2.)Sicherheit
    3.)Akkulaufzeit
    4.)Eine Qwertztastatur
    5.)Nur Standardfunktionen, welche von
    einem Mailserver abdeckt werden.
    Ob das jetzt Exchange oder Domino ist mal hingestellt.

    Macht mir ein bisschen Angst.

    Siemens Handy´s hatten eine ganz üble Software und ein übles Ende.

    Wäre wirklich Schade, wenn RIM nicht die Kurve bekommt.

  • Ich gebe RIM noch maximal ein Jahr. Das Interview zeigt, das der neue CEO auch nicht den Paradigmenwechsel weg von Hardwarefeatures hin zu bedienbarer Software verstanden hat. Das iPhone ist nicht so erfolgreich, weil die Leute es "cool" finden oder damit angeben wollen, sondern weil es dem Durchschnittsverbraucher erstmals ermöglicht, viele Funktionen einfach zu benutzen, die andere Handys zwar auch haben und hatten, aber die so schlecht und geek-mässig implementiert waren, dass nur Freaks sie benutzen konnten.

  • Selten einen so dummen Artikel gelesen oder halt, typisch ahnungsloser Manager!

    Beispiel?
    "Die Kunden sind bereit alle 4 Stunden Ihr Handy aufzuladen,schaun sie, auf dem Flughafen sind alle Steckdosen belegt!"
    => Also sollen sich die BB User auch noch anstellen?

    Meine Meinung:
    Es wird NIEMALS 4 Marktteilnehmer mit BREITE geben: = Apple, Samsung, Nokia/MS (wird wieder kommen) und RIM

    NISCHE + Ertrag DASS ist die Zukunft von RIM uns sonst KEINE!

    Dazu gehört:
    1.) Ein Handy das klanglich gut ANKOMMT (Wenn mich Apples anrufen, diese Akkustik eine Zumutung!)

    2.) Ordentlicher push-email Dienst, wobei sich RIM entschliessen sollte, auch den EXchange Dienst zu nutzen, denn NUR über den Enterprise Server grenzt viele Firmen aus

    3.) Schneller Browser und Darstellung von Internet

    4.) NICHT doppelt mobbeln (Touch + Tasten ist sinnlos, KEINER liebt Tastaturlos)

    5.) BITTE keine integration von Dingen, die Firmen hassen (Facebook, Twitter, etc.)

    6.) Also entweder Business oder Privat aber nicht länger den Fokus auf "Smartphone", denn diese Definition ist so deutlich wie die Vorstellung über die Schuldenbremse!

    7.) Ach Gott, es gibt genau 2 Nischen:
    Die erste macht Emporia für Pensionisten, die zweite sind die BUSINESS-Kunden die beim Nokia "Prügel" 9210 begonnen haben und auf BB stolz waren!

    8.) Also ab in die Nische, das machen was wichtig ist und DORT GELD VERDIENEN, denn der Preis EGAL! Business Handys dürfen ruhig noch mehr kosten ABER dafür könnten Sie auch 3,4 5 Jahre halten! DAS lieben Firmen wenn sie NACHHALTIG investieren!

    9.) Ich hoffe ER LIEST DAS und MACHT ein solches Produkt, weil sonst ist es in 2 Jahre vorbei mit RIM!

    10.) Wer mir dazu schreiben möchte: office@steeltec.eu

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%