RIM im Abschwung
Blackberry-Niedergang zwingt Chefs zu Nullrunde

Die Verkäufe des Smartphone-Pioniers RIM schwächeln, der Gewinn fällt und die Einführung des neuen Smartphone-Modells verzögert sich. Wie schlimm es um den Konzern steht, zeigt nun eine ungewöhnliche Aktion der Chefs.
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Waterloo/TorontoEs steht nicht gut um Research in Motion (RIM). Die einst so beliebten Blackberry-Handys entwickeln sich zu Ladenhütern und der erfolglose Ausflug ins Geschäft mit Tablet-PCs hat viel Geld verbrannt. Der Druck auf die Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie wächst. Um zu zeigen, wie sehr sie sich bemühen, dem Unternehmen wieder auf die Beine zu helfen, haben sie nun ihren Jahreslohn radikal auf je einen Dollar gekürzt.

Die letzten Quartale seien die „schwierigsten“ in der jüngeren Geschichte des Unternehmens gewesen, erklärte Balsillie am Donnerstag bei Vorlage der jüngsten, einmal mehr enttäuschenden Quartalszahlen. „Unsere Anteilseigner könnten das Gefühl haben, dass wir nicht unser Bestes gegeben haben.“ Er versprach, die Führung werde auf der Suche nach den nötigen Änderungen „jeden Stein umdrehen“.
Research in Motion musste im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. RIM wies für das Quartal, das mit dem 26. November endete, einen Gewinn von 265 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) aus, ein Rückgang von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro).

Der Blackberry-Hersteller fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf elf Millionen bis zwölf Millionen Stück einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der E-Mail-Maschinen rausgegangen. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab.

Nach diesem trüben Ausblick fiel die Aktie am Donnerstag nachbörslich um sieben Prozent auf ein neues Jahrestief von 14 Dollar. So billig war das RIM-Papier zuletzt Anfang 2004. Der Smartphone-Boom trieb die Aktie in der Spitze auf mehr als 140 Dollar. Diese Zeiten sind jedoch seit dem Siegeszug von iPhone und Android vorbei. Nach Daten des Marktforschers Gartner ist der Blackberry-Anteil an den Verkäufen zuletzt von 15,4 auf 11,0 Prozent gefallen.

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