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Robert Thomson: "Qualitätsinhalte müssen bezahlt werden"

Der Chefredakteur des Wall Street Journals Robert Thomson über den neuen Online-Auftritt des "Wall Street Journals" in Deutschland, die Kritik an der Huffington Post und Bezahlmodelle für Online-Angebote.

Der Wall Street Journal- Chef Robert Thomson (links) während einer Diskussion mit US-Finanzminister Tim Geithner. Quelle: Reuters
Der Wall Street Journal- Chef Robert Thomson (links) während einer Diskussion mit US-Finanzminister Tim Geithner. Quelle: Reuters

Handelsblatt: Herr Thomson, das "Wall Street Journal" ist seit einer Woche mit einer deutschen Online-Ausgabe auf dem Markt. Warum ist Deutschland so attraktiv?

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Robert Thomson: Deutschland ist die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, der Motor Europas und viel internationaler ausgerichtet, als einige glauben. Das ist eine gute Chance für uns.

Wie groß wollen Sie in Deutschland werden?

Es ist relativ einfach, Klicks zu generieren, aber darum geht es uns nicht. Wir werden uns am Ende daran messen, wie viele Besucher wir mit qualitativ guten Angeboten anlocken. Deshalb konzentrieren wir uns auf eine bestimmte Zielgruppe - und zwar auf eine, die für Inhalte bezahlt: Unternehmer, Manager, Führungskräfte.

Und Sie glauben, dass Sie damit Erfolg haben, obwohl in Deutschland fast alle Online-Angebote kostenfrei sind?
Wir haben immer eine Bezahlkomponente, für die Kern-Inhalte verlangen wir Geld. Die Leser müssen sich einfach daran gewöhnen, dass sie für Qualitätsinhalte bezahlen müssen. Hier in den USA und in Japan zum Beispiel funktioniert unser Modell sehr erfolgreich.

Glauben Sie, dass andere deutsche Medien Ihnen folgen werden?

Das hoffen wir. Es wird immer Medien geben, die umsonst sind. Aber die bedienen sich an den Inhalten anderer - ohne dafür zu zahlen.

Sie spielen auf die Huffington Post an, die ja eigene Pläne für Deutschland hat…

Ja, wir hatten Auseinandersetzungen mit der Huffington Post darüber, wie sie sich unsere Inhalte zu eigen macht. Die Huffington Post ist ein lebendes Beispiel dafür, wie man einfach und schnell Klicks generiert - also mit Rankings zu Themen wie Sport, Gesundheit und anderen allgemeinen Dingen. Die Frage ist: Wie wichtig ist das für die Gesellschaft? Ich glaube, der Wert einer Huffington Post für die deutsche Gesellschaft wird ziemlich begrenzt sein.

Warum haben Sie sich gegen eine Print-Version in Deutschland entschieden?
Wir glauben nicht, dass wir langfristig mit einem neuen Print-Produkt in Deutschland Geld verdienen werden. Mit der neuesten Technologie können wir unsere Inhalte schnell und effizient von der Webseite in die App ziehen, deshalb erschien uns die digitale Version als die zeitgemäßere Idee.

Wie viel haben Sie in die deutsche Ausgabe investiert?

Das sage ich Ihnen nicht. Nur so viel: Das waren erst die Anfangsinvestitionen.

Wann wollen Sie in Deutschland profitabel sein?

Es gibt keinen Zeitdruck, aber unser Konzept sieht vor, unseren deutschen Agenturdienst ebenso wie die Deutschland-Korrespondenten des Wall Street Journals stärker zu nutzen. Die Kosten sind deshalb geringer als viele denken.

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