Rocket Internet zündet nicht

Oliver Samwer am Boden

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Börsenbeben schürt die Unruhe
Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Den Schachzug, eine Rocket-Beteiligung mit einer minimalen Finanzierungsrunde aufzupeppen, hatte Samwer nicht zum ersten Mal gemacht. Bei Home24 stieg die Bewertung von knapp 500 Millionen auf 815 Millionen Euro, als neue Investoren Ende 2014 für gerade mal zwei Prozent 16 Millionen Euro auf den Tisch legten. Doch die Zweifel werden größer, ob diese Sprünge etwas mit der realen Geschäftsentwicklung zu tun haben. Bei Westwing gingen laut Insidern die Eigentümer auf die Barrikaden: „Jetzt bringt ihr erstmal das Kerngeschäft auf Vordermann.“

Die Skepsis ist angesichts der Unruhe an den Weltbörsen, Konjunkturabkühlung Chinas und der US-Zinswende noch gewachsen. Dies bekamen auch die US-Größen der Start-up-Branche zu spüren. Der Vermögensverwalter BlackRock und der Investmentfonds Fidelity schrieben kürzlich ihre Anteile an Start-ups massiv ab - unter anderem die am Cloud-Anbieter Dropbox, der bei seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit zehn Milliarden Dollar bewertet worden war. Zum Vergleich: Der kaum kleinere, aber börsennotierte Konkurrent Box ist an der Börse rund 1,4 Milliarden Dollar wert. Vor hohen Abschreibungen müssen im aktuellen Börsenklima nun auch Rocket und seine Co-Investoren zittern.

Denn die Investments von Rocket zahlen sich nur aus, wenn die Berliner ein Start-up gewinnbringend verkaufen oder an die Börse bringen können. Noch hat Samwer 1,7 Milliarden Euro auf der hohen Kante - eingesammelt beim Börsengang, per Kapitalerhöhung und Wandelanleihe. Das reicht nicht ewig und zwingt „Bob, den Baumeister“, wie sich Samwer gerne nennt, zu ungewohnter Sparsamkeit. Rocket will in diesem Jahr laut einem Insider maximal 350 Millionen Euro investieren.

Und: In zwei Jahren soll zumindest für drei Start-ups Schluss sein mit roten Zahlen. Der Druck steigt. Der Essensbestelldienst Foodpanda entließ kürzlich 300 Mitarbeiter, Home24 und Westwing haben das bereits hinter sich. Ob Samwer sein Versprechen aus dem Herbst halten kann, ein Rocket-Start-up binnen 18 Monaten an die Börse zu bringen, ist offener denn je.

  • rtr
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