Roger Ailes: Ehemaliger Fox-Chef im Alter von 77 Jahren gestorben

Roger Ailes
Ehemaliger Fox-Chef im Alter von 77 Jahren gestorben

Er war der Kopf hinter dem konservativen TV-Sender Fox News und Weggefährte von Rupert Murdoch. 2016 war er nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Nun ist Roger Ailes im Alter von 77 Jahren gestorben.
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New YorkRoger Ailes ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er stand für die alte Garde im Reich von Fox News, dem konservativen amerikanischen Fernsehsender. Gemeinsam haben Rupert Murdoch und Roger Ailes den Nachrichtensender Fox News groß gemacht. Ailes war ein Konservativer durch und durch: Der Mann, der aus einfachen Verhältnissen in Ohio kam, war schon bei der Live-Übertragung der Mondlandung beteiligt. Später hatte er sich auch als Wahlkampf-Berater der republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon, Ronald Reagan und George Bush einen Namen gemacht.

Dann stand er als langjähriger Vertrauter des Medienzars Murdoch seit der Gründung des Senders vor zwei Jahrzehnten an der Spitze von Fox News. Mit Fox haben Murdoch und Ailes ein gezieltes Kontrastprogramm zu den Sendern CNN und MSNBC geschaffen, denen sie vorwarfen, linksliberal zu sein. Auch als seine Karriere wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung im vergangenen Juli ein jähes Ende nahm, dankte ihm Murdoch für seine „brillante“ Arbeit beim Aufbau des inzwischen erfolgreichsten US-Nachrichtensenders.

Ailes war von der populären Fox-News-Moderatorin Gretchen Carlson verklagt worden. Sie beschuldigte ihn, sie entlassen zu haben, weil sie seine sexuellen Annäherungsversuche zurückgewiesen habe. Nach Bekanntwerden der Klage sollen auch andere Mitarbeiterinnen des Senders in internen Untersuchungen Ailes laut Medienberichten sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, unter ihnen die bekannte Moderatorin Megyn Kelly. Als das bekannt wurde, musste Ailes seinen Posten räumen. Später wurden weitere Fälle der sexuellen Belästigung in dem Unternehmen bekannt, das nun Murdochs Söhne runderneuern wollen.

Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers David Greenberg trug Ailes wie kaum ein anderer zur Entwicklung des modernen Konservatismus bei. Er habe die Macht des Fernsehens eingesetzt, um „Gefühle der Verbitterung und Feindseligkeit in eine Ideologie des kulturellen Populismus umzuwandeln, die liberale Eliten dämonisiert“, schrieb Greenberg in einem Essay für das Magazin „Politico“. Damit habe Ailes die Methode und Botschaft aufgezeigt, „die es konservativen Politikern über Jahrzehnte ermöglichte, ihre Macht zu erhalten.“

„Fair und ausgewogen“ – so definierte Ailes selbst die Berichterstattung von Fox News. „Wir berichten, Sie entscheiden“, war ein anderer Slogan von ihm.

Auch Demokraten zollten dem Nachrichten-Mann am Donnerstag Respekt: „Der Einfluss von Roger Ailes auf die amerikanische Politik und Medien war unumstritten“, twitterte David Axelrod, der als Chefstratege für die Kampagne von Barack Obama gedient hat.

Auch der CNBC-Kollege Rev Al Sharpton meldete sich auf dem Kurznachrichtendienst zu Wort: „Wir waren nicht oft einer Meinung und ich habe oft gegen ihn protestiert. Aber sein Einfluss auf die US-Kultur ist unbestreitbar“.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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