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12.02.2008 

Wie groß ist der Druck ihres Mitgesellschafters RTL, die eigene Werbetochter aufzugeben und in den Schoß des Kölner Mutterkonzerns zurück zu kehren?

Was für RTL und alle anderen Gesellschafter zählt, sind gute Ergebnisse. Und die werden wir liefern.

RTL 2 war viele Jahre der profitabelste Privatsender Deutschlands. Wann können sie an die glorreichen Zeiten wieder anknüpfen?

Die Renditen der Vergangenheit sind kurz- und mittelfristig nicht erreichbar. Aber wir erwirtschaften zufrieden stellende Renditen.

Wie ist denn die Stimmung unter den Gesellschaftern Herbert Kloiber, RTL und dem Hamburger Verleger Heinz Bauer? Da gab es ja in der Vergangenheit immer wieder Krach?

Das ist wie in einer Ehe. Da gibt es Höhen und Tiefen. Dass es auch mal unterschiedliche Meinungen gibt, ist doch völlig klar.

RTL 2 war in der Vergangenheit sehr stark von der Film- und Serienproduktion von Hollywood abhängig. Ist das gefährlich?

Es gibt einen eindeutigen Trend in Deutschland. Amerikanische Serien sind viel stärker als deutsche gefragt. Deshalb setzen wir weiter auf Hollywood.

Es gibt Gerüchte, dass die Hollywood-Studios im Mai ihre Filmmesse L.A. Screenings absagen könnten?

Ich kenne die Spekulationen durchaus. Das bringt uns nicht in Bedrängnis. Denn wir sind beispielsweise im Serienbereich unabhängiger als die anderen Privatsender. Zudem haben wir mit Realityformaten wie „Big Brother“ eine Sonderstellung, die in der aktuellen Situation komfortabel ist.

Wie ernst nehmen sie die Konkurrenz aus dem Internet. Graben ihnen Youtube und Babelgum das Wasser ab?

Da sind wir ganz gelassen. Das eine Medium ersetzt nicht das andere. Es wird ein Nebeneinander geben. Das Fernsehen ist ein Entspannungsmedium. Das kann man vom Internet, wo der Nutzer aktiv sein muss, nicht unbedingt sagen.


RTL 2 – der unbequeme Sender

Klage gegen Große
Der Fernsehsender RTL 2 – die Nummer sieben im Markt – prüft eine Klage gegen seinen Gesellschafter RTL und dessen Konkurrenten Pro Sieben Sat 1 auf mehr als 60 Mill. Euro Schadensersatz. Treiber der Klage sind die anderen Gesellschafter – Herbert Kloiber mit seiner Tele-München-Gruppe und die Verlagsgruppe Heinrich Bauer. Kloiber und Bauer halten je 31,5 Prozent der Anteile. Bertelsmann hält über RTL einen Anteil von 35,9 Prozent.

Streit um Werbung
Die großen Fernsehkonzerne RTL und Pro Sieben Sat 1 mussten 2007 Bußgelder von 96 und 120 Mill. Euro an das Kartellamt zahlen. Die Wettbewerbshüter hatten gegen sie ermittelt, weil das Rabattsystem ihrer Vermarktungstöchter kleinere Sender benachteiligt habe. Die Strafen sorgten führten zu Gewinneinbrüchen bei RTL und Pro Sieben Sat 1. RTL 2 hingegen vermarktet auf eigene Faust – diese Idee des Ex-RTL2-Chefs Josef Andorfer führt sein Nachfolger Jochen Starke (Foto) fort.

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