RTL-Geschäft in Ungarn
RTL prüft Abschreibung wegen Steuer

Der Fernsehkonzern RTL muss sich mit seinem Sorgenkind Ungarn beschäftigen. Das Geschäft läuft schleppend und die fällige Steuer belastet die Zahlen zusätzlich. Konzernchef de Posch hofft auf die Politik.
  • 0

MünchenDer Fernsehkonzern RTL wird sich bald noch mit Ungarn beschäftigen. „Wir werden zum Jahresende nachprüfen, ob weitere Abschreibungen auf unser Ungarngeschäft notwendig sind“, sagte Konzernchef Guillaume de Posch der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Hintergrund ist eine umstrittene neue Werbesteuer, die RTL als größten Privatsender des Landes am härtesten trifft. „Operativ läuft unser Geschäft dort wirklich gut“, betonte de Posch.

Die Fernsehtochter in Ungarn war wegen der im Sommer eingeführten Steuer von bis zu 40 Prozent auf Werbeeinnahmen allerdings zuletzt kaum mehr profitabel. Sie verlor deshalb in den Büchern des Konzerns mehr als die Hälfte ihres Werts. Doch obwohl die Abschreibung von 88 Millionen Euro auf die verhältnismäßig kleine Landesgesellschaft einen Großteil des Konzerngewinns im ersten Halbjahr zunichte machte, hat de Posch einen Rückzug aus Ungarn ausgeschlossen.

Stattdessen sagte er dem Ministerpräsidenten Viktor Orban den Kampf an und beschwerte sich bei der EU-Kommission, die den Fall nun untersucht. „Wir erwarten, dass die EU-Kommission im kommenden Jahr ihre Schlussfolgerungen zieht“, sagte de Posch.

Ungarn hat sich mit einer restriktiven Banken- und Medienpolitik bereits mehrfach Kritik der Europäischen Union und ausländischer Unternehmen eingehandelt. Die Werbesteuer, die nach Regierungsangaben zur Haushaltssanierung beitragen soll, stößt innerhalb und außerhalb des Landes auf Protest. RTL und der Mutterkonzern Bertelsmann wollen ihre Zahlen der ersten neun Monate am 13. November vorlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " RTL-Geschäft in Ungarn: RTL prüft Abschreibung wegen Steuer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%