RTL Group Deutsches Werbegeschäft kurbelt das Wachstum an

Die gute Konjunktur in Deutschland lässt die Werbeeinnahmen der Fernsehsender sprudeln. Beim RTL-Konzern sorgt das für neue Rekorde bei Umsatz und Betriebsgewinn.
Der Medienkonzern hat bei Umsatz und Betriebsgewinn neue Rekorde erzielt. Quelle: dpa
RTL Group

Der Medienkonzern hat bei Umsatz und Betriebsgewinn neue Rekorde erzielt.

(Foto: dpa)

MünchenSprudelnde TV-Werbeeinnahmen in Deutschland treiben Umsatz und Betriebsgewinn des europäischen Fernsehkonzerns RTL Group auf Rekordhöhen. Der Konzernerlös legte im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent auf mehr als sechs Milliarden Euro zu, wie die Bertelsmann-Tochter am Donnerstag mitteilte. Auch das Digitalgeschäft und günstige Wechselkurseffekten unterstützten das Wachstum. Vom starken Dollar profitierte die Produktionstochter Fremantle Media.

Das Betriebsergebnis (reported Ebita) kletterte 2015 um zwei Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, etwas stärker als vom Vorstand in Aussicht gestellt und von Branchenexperten erwartet. Der Überschuss, der im Vorjahr von Sondereffekten belastet worden war, stieg sogar um 21 Prozent auf 789 Millionen Euro und übertraf damit die Marktprognosen deutlich. Die reguläre Dividende soll um 50 Cent auf drei Euro je Aktie erhöht werden. Bereits im September hatten die Aktionäre eine Sonderdividende auf Vorjahresniveau von einem Euro je Aktie erhalten.

„Trotz eines gemischten Bildes der globalen Wirtschaft war 2015 ein Rekordjahr für die RTL Group“, bilanzierten die Vorstandschefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch. „Unsere größte Einheit, die Mediengruppe RTL Deutschland, ist deutlich gewachsen und erzielte einen weiteren Rekordgewinn – und das bereits das vierte Jahr in Folge.“ Das deutsche TV-Geschäft lieferte mit einem Ergebniswachstum um 5,2 Prozent auf 684 Millionen Euro erneut den Löwenanteil des Gewinns. Das entspricht einer Umsatzrendite von 32 Prozent.

Diese Fernsehserien werden am häufigsten geklaut
Sherlock
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Die ursprünglich von Sir Arthur Conan Doyle geschriebenen Detektivgeschichten versetzen die Autoren Steven Moffat und Mark Gatiss in der BBC-Serie „Sherlock“ in einen modernen Kontext. Sie lassen Sherlock Holmes, gemeinsam mit seinem Assistenten Dr. Watson, im heutigen London ermitteln. Die Reihe hat treue Anhänger, doch einige Serienjunkies sehen es nicht ein, für das Krimivergnügen zu bezahlen. Allein für die Serie „Sherlock“ schätzen Insider den wirtschaftlichen Schaden auf rund 173,7 Millionen US-Dollar. Wer illegal die Serien herunterlädt, ist darüber hinaus zunehmend an höherer Qualität interessiert, wie „torrentfreak.com“ mitteilt. Die Experten der Spezialwebseite haben die am häufigsten geklauten Fernsehserien ermittelt. Die meisten illegalen Downloads seien allerdings immer noch in geringer Qualität von 480p – was einer Videokassette entspricht. Dennoch steige die Zahl der Serienanhänger, die unerlaubt Folgen im Internet herunterladen. Fachleute erwarten eine weitere Zunahme. Bei einigen Serien gebe es „torrentfreak.com“ zufolge derzeit schon mehr „Piraten“ als traditionelle Zuschauer.

Quelle: „Digital Media Unmonetized Demand and Peer-to-Peer File Sharing Report“ der Tru Optik Data Corp /Statistisches Bundesamt
Quelle: „torrentfreak.com“

Modern Family
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Die Comedy-Serie „Modern Family“ lief in den USA das erste Mal am 23. September 2009 bei ABC. Sie beschäftigt sich mit den Familien von Jay Pritchett, seines Sohns Mitchell Pritchett und seiner Tochter Claire Dunphy. Weil auch diese Serie sehr beliebt ist, laden sie Fans unerlaubt aus dem Internet herunter. Experten haben ermittelt, dass sich der wirtschaftliche Schaden für „Modern Family“ auf 183,6 Millionen Euro beläuft.

Arrow
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Die Actionserie „Arrow“ handelt von Oliver Queen (gespielt von Stephen Amell), einem Milliardär und Großindustriellen, der seine Heimatstadt Starling City von Verbrechern befreien will. Deshalb nimmt er die Geheimidentität Arrow an und führt ein geheimes Doppelleben. Die Erstausstrahlung in den Vereinigten Staaten erfolgte 2012 beim Sender The CW und in Deutschland 2013 auf Vox. Wirtschaftlicher Schaden: 244,5 Millionen US-Dollar.

Orange is the New Black
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Die Webserie „Orange is the New Black“ von Jenji Kohan wird seit Juli 2013 von Netflix per Streaming veröffentlicht. Sie basiert auf dem Buch „Orange Is the New Black: My Year in a Women's Prison“ von Piper Kerman. In Deutschland ist die Serie seit dem 16. September 2014 ebenfalls über Netflix abrufbar. Wirtschaftlicher Schaden: 396,8 Millionen US-Dollar.

House of Cards
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Francis „Frank“ Underwood alias Kevin Spacey ist der kongeniale Hauptdarsteller der US-amerikanischen Fernsehserie „House of Cards“, die seit Februar 2013 in den USA von Netflix per Streaming veröffentlicht wird. Der Politthriller entstand als erweiterte US-Adaption der gleichnamigen BBC-Serie, die wiederum auf dem Roman „Ein Kartenhaus“ basiert. Wirtschaftlicher Schaden: 238,8 Millionen US-Dollar.

Suits
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In der Anwaltsserie „Suits“ spielen Patrick J. Adams, Rick Hoffman und Gabriel Macht (von links) die Hauptrollen. Die Erstausstrahlung war am 23. Juni 2011 beim US-Kabelsender USA Network und die deutschsprachige Erstausstrahlung am 7. Januar 2013 bei Vox. Aufgrund illegaler Downloads summiert sich der wirtschaftliche Schaden für die Serie auf rund 192,3 Millionen US-Dollar.

Breaking Bad
7 von 10

Wie aus einem gewöhnlichen Bürger ein Schwerkrimineller wird, zeigt die US-Serie „Breaking Bad“. Die Premiere war am 20. Januar 2008. Hauptdarsteller ist Bryan Cranston, der für seine schauspielerische Leistung in der Rolle des Chemielehrers Walter White drei Emmys erhielt. Der wirtschaftliche Schaden soll Experten zufolge bei rund 4283,9 Millionen US-Dollar liegen.

Das Digitalgeschäft mit Online-Videos wuchs um 72 Prozent auf 508 Millionen Euro. Das waren rund acht Prozent der Konzernerlöse. Aus der traditionellen Einnahmequelle Fernseh- und Radiowerbung stammen nur noch 54 Prozent der Erlöse. Beim deutschen Rivalen Pro Sieben Sat 1 sind es noch 60 Prozent. 22 Prozent der Umsätze lieferte bei RTL das Geschäft mit Inhalteproduktionen.

Im laufenden Jahr erwartet der RTL-Konzern bei stabilen oder leicht wachsenden europäischen TV-Werbemärkten erneut steigende Umsätze und ein stagnierendes Betriebsergebnis.

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