RTL Sender-Gruppe überrascht Anleger positiv

Ein starkes viertes Quartal und sprudelnder Werbeeinnahmen in Deutschland sorgen für ein positives Jahr 2014 bei der RTL Group. Im laufenden Geschäftsjahr sind die Aussichten laut Vorstand stabil.
Kommentieren
Vor allem Dank des deutschen Werbemarktes kann RTL das Geschäftsjahr 2014 positiv abschließen. Quelle: dpa
RTL legt Jahreszahlen vor

Vor allem Dank des deutschen Werbemarktes kann RTL das Geschäftsjahr 2014 positiv abschließen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDank eines guten Jahresendspurts im Deutschland-Geschäft hat RTL 2014 doch noch die Kurve bekommen. Vor allem die gestiegenen Werbeeinnahmen des deutschen Ablegers rund um die Sender RTL, Vox und n-tv verhalfen der Firma im Gesamtjahr zu einem nahezu ausgeglichenen Umsatz und Betriebsergebnis (Ebita).

Auch Zukäufe sowie der Ausbau des digitalen Geschäfts und kostenpflichtiger Angebote trugen ihr Teil dazu bei, dass RTL Belastungen aus einem Steuerstreit mit Ungarn und einen schwierigen französischen Werbemarkt ausgleichen konnte.

Der Überschuss der wichtigsten Tochter von Europas größtem Medienkonzern Bertelsmann sank hingegen wegen Abschreibungen auf das Ungarn-Geschäft und höherer Finanzerträge im Vorjahr auf 653 Millionen von 870 Millionen Euro.

„Trotz eines von Herausforderungen geprägten Umfeldes in Frankreich und Ungarn konnte die RTL Group erneut starke Ergebnisse vorlegen. Unser Ebita haben wir auf dem Rekordniveau des Vorjahres gehalten, die Ebita-Marge belief sich erneut auf fast 20 Prozent“, erklärten die Vorstandschefs Anke Schäferkordt und Guillaume de Posch am Donnerstag.

Im Gesamtjahr erzielte der ProSiebenSat.1-Konkurrent einen Umsatz von 5,8 Milliarden Euro und lag damit leicht über der Analystenprognose, ebenso wie das Ebita, das bei 1,15 Milliarden Euro herauskam. Allein im vierten Quartal stieg der Umsatz der RTL Group um 2,8 Prozent, das Ebita legte um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 466 Millionen Euro zu.

Wie RTL und Sat.1 das Fernsehen veränderten
30 Jahre Privatfernsehen - Sat.1
1 von 19

1. Januar 1984

Die Ära des Privatfernsehens in Deutschland begann am 1. Januar 1984 um 9.58 Uhr. Die Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk (PKS) ging um diese Zeit mit Sat1 auf Sendung, RTL plus folgte einen Tag später. Der damalige Geschäftsführer, Jürgen Doetz, begrüßte das Publikum gemeinsam mit Moderatorin Irene Joest vor den Fernsehern mit den Worten: „Meine sehr verehrten Damen und Herren, in diesem Moment sind Sie Zeuge des Starts des ersten privaten Fernsehveranstalters in der Bundesrepublik Deutschland.“

30 Jahre Privatfernsehen - RTL
2 von 19

2. Januar 1984

Am 2. Januar 1984 sah das Publikum dann Helmut Thoma, damals Direktor der deutschen Programme, auf der Mattscheibe. Er begrüßte die Fernsehzuschauer zum Senderstart der ersten RTLplus-Sendung. RTLplus sendete damals aus Luxemburg sein deutschsprachiges Programm. 1988 zog der Privatsender nach Köln. Für Köln sprach, dass bereits wegen des WDR Übertragungsleitungen vorhanden waren.

Jetzt geht's auf den Rummel!
3 von 19

8. April 1988

Der junge Sender musste um das Publikum kämpfen. Erfolge verzeichnet RTL dabei unter anderem mit seiner Comedy-Spielshow „Alles Nichts Oder?!“ mit Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder (hier im Jahr 2008). Trotz kleinem Budget und minimaler Ausstattung war das Moderatorenduo sehr gewinnbringend für den Sender. Die Grundidee war ein Kindergeburtstag für Erwachsene. Ein prominenter Gast musste an albernen Spielen teilnehmen und sich gegen die Moderatoren behaupten. Der Gewinn war eine Torte. Derjenige, der das spiel verlor, musste seinen Kopf durch ein Loch in der Wand stecken, um dann die Torten aus dem Publikum ins Gesicht geworfen zu bekommen. Das klingt letztlich infantiler, als die Show tatsächlich war. Die Sendung lief bis 1992.

glücksrad
4 von 19

7. November 1988

Große Erfolge brachte Sat.1 die Sendung „Glücksrad“ ein. Zum ersten Mal drehte es sich im Privatsender am 7. November 1988. Moderiert wurde die Ratesendung von Frederic Meisner (links) und Schauspieler Peter Bond (rechts), die sich wöchentlich abwechselten. Die Buchstabenfee, also die Dame, die die Buchstaben der Ratewand umdreht, war Maren Gilzer. Die Spiele-Show war montags bis freitags um 19.30 Uhr zu sehen. Wegen des hohen Erfolges wurde sogar 1991 eine samstägliche und eine sonntägliche Ausgabe ins Programm genommen. Fast sieben Jahre lang war das „Glücksrad“ damit täglich zu sehen. Vorbild für die Sendung war die US-Show „Wheel of Fortune“. Die Adaption ausländischer Formate wurde schnell zu einem Steckenpferd der Privaten – denn das brachte enormen Erfolg.

tutti frutti
5 von 19

21. Januar 1990

Die erste erotische TV-Show im deutschen Fernsehen war die Spiele-Show „Tutti Frutti“, moderiert von Hugo Egon Balder. Die Gäste konnten in Raterunden Punkte gewinnen, die sie in abzulegende Kleidungsstücke der Stripperinnen investierten. Den Privaten hing damals wegen zahlreicher Erotikfilmen im Nachtprogramm ein Schmuddel-Image an. „Tutti Frutti“ änderte daran nicht viel, wurde jedoch zum vieldiskutierten Gesprächsthema. Das Punktesystem begriff kaum jemand, nackte Haut wollten dafür genug Interessenten sehen. Ein Novum, was der Sender auch offensiv bewarb: Die Kandidaten mussten auch selbst Kleidung ablegen – und die Zuschauer durften hoffen, Nachbar oder Nachbarin in Unterwäsche zu erwischen. Die Sendung lief auf RTL bis 1993.

rosa von praunheim
6 von 19

10. Dezember 1991

Rosa von Praunheim präsentierte zu Beginn einer jeden Ausgabe der Show „Explosiv - Der heiße Stuhl“ eine Person, über die sie provokante Thesen aufstellte. Anschließend musste derjenige auf dem heißen Stuhl platznehmen und mit fünf weiteren Gästen über diese Thesen diskutieren. Dabei kam es zu lauten, persönlichen Diskussionen, die der Moderator immer wieder anheizte.

Filmemacher Rosa von Praunheim outete in seiner Sendung außerdem die TV-Lieblinge Hape Kerkeling und Alfred Biolek als schwul, was einer der größten Skandale der TV-Geschichte war. Sein Kommentar dazu: „Mein Outing von schwulen Prominenten war ein Verzweiflungsschrei auf dem Höhepunkt der Aidskrise“, erklärt der heute 69-jährige Rosa von Praunheim auf seiner Website. Ihm ging es damals darum, schwule Sympathieträger, die versteckt lebten, zur Solidarität mit der Homosexuellengemeinschaft zu bewegen, weil es in ihr die meisten HIV-Infizierten und Aids-Toten zu beklagen gab.

Generell war „Explosiv“ die wohl umstrittenste, da krawalligste Talkshow der privaten Fernsehsender.

Traumhochzeit
7 von 19

19. Januar 1992

Linda de Mol startete 1992 die Sendung „Traumhochzeit“ auf RTL. Die Sendung zählte mit bis zu elf Millionen Zuschauern zu den beliebtesten deutschen Fernsehsendungen der 1990er Jahre. Bis zum Jahr 2000 konnten in der Sendung drei Paare gegeneinander antreten, die (neben verschiedenen kleineren Preisen) eine Traumhochzeit gewinnen konnten. Der gigantische Erfolg der Samstagabend-Show legte den Grundstein für das Imperium der niederländischen Produktionsfirma Endemol, heute zweitgrößter Fernsehproduzent der Welt. Mitbegründer der Firma: Lindas Bruder John de Mol.

Nachdem RTL dem Hauptaktionär Bertelsmann und den übrigen Anteilseignern wegen prall gefüllter Kassen bereits eine Sonderdividende von zwei Euro je Aktie genehmigte, sollen nun nochmals 3,50 Euro Schlussdividende dazu kommen, davon ein Euro als außerordentliche Zahlung. Für 2013 hatte RTL eine Gesamtdividende von sieben Euro ausgeschüttet.

2015 rechnen die RTL-Vorstände mit einem insgesamt stabilen Gesamtumsatz und Ebita – ohne Sondereffekte. 2014 hätten mit Ausnahme Frankreichs, das sich letztlich stabil gezeigt habe, und Belgiens, das 2,8 Prozent einbüßte, alle europäischen TV-Werbemärkte den Umsatz gesteigert. „Für das Jahr 2015 wird ein ähnliches Bild mit insgesamt leichtem Wachstum der TV-Werbemärkte erwartet.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: RTL - Sender-Gruppe überrascht Anleger positiv

0 Kommentare zu "RTL: Sender-Gruppe überrascht Anleger positiv"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%