Rücjzug von Dell
Hewlett-Packard gewinnt Kampf um 3PAR

Ende eines beispiellosen Bieterrennens: Im Kampf um den Kauf des Datenspeicher-Spezialisten 3PAR hat der weltgrößte Computer-Hersteller Hewlett-Packard mit seinem letzten Angebot von 2,4 Milliarden Dollar die Nase vorn. Konkurrent Dell ist ausgestiegen. Experten streiten, ob die bislang unbekannte Firma so viel wert ist.
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HB NEW YORK. Der weltgrößte Computer-Hersteller Hewlett-Packard hat das milliardenschwere Bieterduell um den Datenspeicher-Spezialisten 3PAR für sich entschieden. Nach rund zweiwöchigem Schlagabtausch warf Dell am Donnerstag das Handtuch. Kurz zuvor hatte HP erneut eine abermals aufgestockte Dell-Offerte umgehend überboten.

Die 3PAR-Führung bezeichnete das HP-Angebot über nun 2,4 Mrd. Dollar als besser und entschied sich, die Fusionsvereinbarung mit Dell aufzukündigen. Branchenexperten waren geteilter Meinung, ob 3PAR wirklich so viel Geld wert ist - das Unternehmen hat seit seiner Gründung vor gut zehn Jahren fast noch nie Gewinne geschrieben.

HP will mit der Übernahme des bislang eher unbekannten Unternehmens das „Cloud Computing“ mit Internet-Computerdiensten ausbauen. Die Branche wittert darin das Geschäft der kommenden Jahre, da die Speicherung von Daten im Internet die Datenzentren von Unternehmen entlastet und damit Einsparungen ermöglicht.

Der Aktienkurs von 3PAR hat sich während der für die Technologiebranche ungewöhnlichen Übernahmeschlacht mehr als verdreifacht. Am Nachmittag legte die 3-PAR-Aktien nochmals 2,3 Prozent zu auf 32,80 Dollar, nach dem das Papier vor Beginn des Bieterduells bei zehn Dollar gedümpelt hatte. HP-Papiere gewannen 0,7 Prozent. Dell-Titel legten rund ein Prozent zu. Hier überwog bei den Anlegern die Erleichterung darüber, dass Dell sich nicht dazu verleiten ließ, über seine finanziellen Möglichkeiten zu gehen.

Die beiden PC-Rivalen hatten sich seit der ersten Dell-Offerte Mitte August einen Schlagabtausch geliefert und mehrmals gegenseitig überboten. Gewöhnlich werden Übernahmen in der PC-Branche hinter verschlossenen Türen abgewickelt. Dell stockte sein Angebot zuletzt erneut auf 32 Dollar auf, wurde aber sofort von HP mit 33 Dollar überboten.

Branchenexperten hatten von Anfang an darauf gesetzt, dass HP in dem Duell den längeren Atem hat - schließlich macht das Unternehmen mit 115 Milliarden Dollar im Jahr mehr als doppelt so viel Umsatz wie Dell. Wegen der Aufkündigung des Fusionsvertrages steht Dell nun eine Entschädigung von gut 70 Mio. Dollar zu.

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