Rückläufige Zahlen zwingen Blätter zu Reformen
Frankreichs Zeitungen kämpfen um Leser

Frankreichs bekannte Tageszeitungen wollen mit einer inhaltlichen und optischen Reform der Krise entkommen. Die konservative Tageszeitung „Le Figaro“ erscheint am 3. Oktober mit einem verkleinerten Format, einem neuen Logo und einer neuen Blattstruktur.

PARIS. „Wir wollen den negativen Trend bei den Leser-Zahlen umkehren“, sagte Francis Morel, Generaldirektor des Verlages, gestern bei der Vorstellung des neuen Konzepts. Auch der Konkurrent „Le Monde“ will mit einer veränderten Blattstruktur und einer neu gestalteten Seite Eins den roten Zahlen entkommen. „Starttermin ist der 7. November“, sagte Verlagssprecherin Anne Hartenstein. Über die Details wollte sie noch nichts verraten.

Frankreichs Tageszeitungen stecken seit Jahren in der Krise. Die Werbeeinnahmen sind rückläufig, die Leserzahlen auch. Die Folge: Frankreichs nationale Tageszeitungen sind wirtschaftlich in Abhängigkeit geraten. Der Figaro wurde 2004 vom Rüstungsindustriellen Serge Dassault übernommen. Die linksliberale „Libération“ besorgte sich frisches Kapital vom Bankier Edouard de Rothschild. Auch „Le Monde“ will bis Ende des Jahres 70 Mill. Euro frische Mittel aufnehmen. Investoren sind die Mediengruppe Lagardère, die zudem Großaktionär beim Rüstungskonzern EADS ist, sowie die spanische Prisa-Gruppe, Herausgeber von „El País“.

Auffälligste Veränderung beim Figaro ist das kleinere Format sowie das neue Logo in blauer Farbe. Der Figaro erscheint bislang im so genannten „Broadsheet Format“. „Dies wurde in einer Lesestudie als zu unhandlich kritisiert“, sagte Figaro-Chefredakteur Nicolas Beytout. Das Management wollte aber nicht wie zum Beispiel die englische „Times“ auf das beliebte Tabloid-Format gehen. „Das hätte zu sehr unseren Charakter verändert“, begründete Beytout. Der Figaro bleibt eine großformatige Zeitung, schrumpft aber in der Breite um 3,04 Zentimeter und wechselt vom acht- auf sechsspaltigen Umbruch.

Neu ist auch die Struktur. Statt zwei gibt es künftig drei Bücher. Buch eins enthält die aktuelle Berichterstattung zu Politik, die Kommentare und den Sport. Das zweite, lachsfarbene Buch mit der Wirtschaftsberichterstattung bleibt erhalten, ins neue dritte Buch wandern Kultur und Lebensart.

Seite 1:

Frankreichs Zeitungen kämpfen um Leser

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%