Rückschlag für Musikindustrie
Phonoline schon wieder vor dem Aus

Die deutsche Musikindustrie zieht aus der anhaltenden Erfolglosigkeit ihres Prestigeprojekts Phonoline offenbar die Konsequenzen und gibt den erst Mitte März gestarteten Online-Musikvertrieb wieder auf.

HB FRANKFURT. Nach Informationen der FAZ soll das Projekt der Plattenbranche in den Download-Dienst Musicload des Internetzugangsanbieters T-Online integriert werden. Die endgültige Entscheidung über Phonoline könnte bereits bis zur Berliner Musikmesse Popkomm in der kommenden Woche fallen, hieß es weiter.

Das Projekt war erst mit deutlicher Verspätung Mitte März auf der Cebit offiziell an den Start gegangen. Technische Probleme hatten die Pläne durchkreuzt, wonach Phonoline schon ein Jahr früher online gehen sollte.

Der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft hat mit Phonoline eine nationale Branchenplattform geschaffen. Es die erste kommerzielle Internet-Plattform, die die fünf großen Musiklabels Universal, Sony, BMG, Warner und Emi vereint. Sie stellen große Teile ihres Repertoires ins Netz und gestattenden legalen, aber kostenpflichtigen Download. Pro Track werden 99 Cent fällig.

Zugriff auf Phonoline erhalten die Nutzer über die Homepages bekannter Handelsmarken. Phonoline richtet sich also nicht direkt an den Musikfan, sondern ist eine technische Basis, die von Portalen und Musiksites in die jeweiligen Internetauftritte integriert werden kann. Bereits zum Start waren rund 250 000 Titel über Phonoline abrufbar. Von Woche zu Woche sollte sich die Anzahl der Titel durch Neuerscheinungen und back ups älterer Stücke vermehren.

Die legalen Download-Dienste geben der Musikbranche, die in den vergangenen Jahren durch illegale Tauschbörsen und Schwarzbrennen Einbußen in Milliardenhöhe verkraften musste, neue Hoffnung. Vorbild der Branche ist der iTunes Music Store von Apple. In dem virtuellen Musikladen gingen seit Mai vergangenen Jahres 30 Millionen Songs über die Ladentheke - so viele wie auf allen europäischen Plattformen zusammen. Von jedem bei iTunes verkauften 99-Cent-Track gehen 66 US-Cent in die Kasse der Rechteinhaber. Dies entspricht in etwa den Größenverhältnissen im traditionellen CD-Verkauf. Zwar wird mit iTunes noch Angaben von Apple noch kein Geld verdient, doch belegen die Zahlen, das Musikfans durchaus bereit sind, für Musik aus dem Netz zu zahlen.

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