Rückschlag für Samsung
Apple stoppt EU-Vertrieb von iPad-Konkurrenten

Apple hat erwirkt, dass Samsung ab sofort das Tablet-Computers Galaxy Tab 10.1 in der Europäischen Union nicht mehr verkaufen darf. Damit geht der Streit der beiden Hightech-Konzerne in eine neue Runde.
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DüsseldorfApple hat seinem Wettbewerber Samsung den Vertrieb des Tablet-Computers Galaxy Tab 10.1 in der Europäischen Union untersagen lassen. Vor dem Landgericht Düsseldorf erwirkte der US-Konzern eine Einstweilige Verfügung gegen den südkoreanischen Hersteller. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Verhandlungskreisen.

Apple wirft Samsung vor, mit dem Galaxy Tab sein iPad zu kopieren und Schutzrechte zu verletzen. Samsung nutze dabei den Ruf des iPads aus, bei dem es sich „um ein sehr bekanntes Produkt mit Kultstatus“ handele. Die Verfügung richtet sich gegen die Samsung Electronics GmbH in Schwalbach sowie die Muttergesellschaft in Südkorea. Der Vertriebsstopp betrifft die gesamte Europäische Union bis auf die Niederlande. Apple hatte ein Ordnungsgeld von 250 000 Euro oder eine Ordnungshaft bis zu insgesamt zwei Jahren beantragt, sollte Samsung der Verfügung nicht entsprechen.

Apple und Samsung streiten auf mehreren Ebenen um das Design ihrer Smartphones und Tablets. Die Internationale Handelskommission (ITC) der USA hatte in der vergangenen Woche nach einer Beschwerde von Apple eine Untersuchung gegen Samsung eingeleitet. Die Prüfung in den USA erstreckt sich sowohl auf Smartphones als auch auf Tablet-Computer. Vor dem Landgericht in Düsseldorf ging es hingegen nur um die Tablet-Computer iPad und Galaxy Tab. Apple will über die ITC die Importe der Samsung-Geräte in die USA blockieren.

Der Streit zwischen den beiden Herstellern eskalierte im April, als Apple in den USA eine Klage gegen Samsung einreichte. Das koreanische Unternehmen reagierte mit einer Gegenklage, inzwischen streiten sie vor verschiedenen Instanzen in mehreren Ländern. Bereits im März hatte Apple auch den taiwanischen Hersteller HTC mit dem Vorwurf von Patentverletzungen verklagt. Samsung verwendet für seinen Tablet-Computer wie für einen Teil seiner Smartphones das Google-Betriebssystem Android. Das Samsung Galaxy Tab 10.1 kommt in diesem Monat in Deutschland auf den Markt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Leider habe ich - trotz intensiver Recherche - keinen Artikel gefunden, in dem die Vorwürfe bzw. Gründe der Verfügung finden können. Schade, der Informationsgehalt der Nachricht ist doch - bis auf den Fakt der Existenz der Verfügung - sehr mager.

  • Apple spielt ein gefährliches Spiel. Es könnte passiere, dass Apples Ruf stärker als eh schon darunter leidet. Jeder vernünftige Mensch erkennt an, dass es schwer ist, ein Smartphone oder Tablet, was fast vollständig aus Display besteht, großartig anders zu designen. Apple macht sich einfach nur noch lächerlich und ist das größte Monopolistenschwein auf dem Verbraucherelektronik-Markt. Und hier spricht kein Apple-Hasser, sondern iPhone-Besitzer. ;)

  • Also ich finde das ganze einfach nur ein Witz. Da nutzt Apple alle Möglichkeiten sein (noch?) Monopol mit allen Mitteln zu verteidigen und die geben Apple auch noch Recht. So verhindert man definitiv Wettbewerb!!! Was bei einem offenen Betriebssystem wie Microsoft Windows sehr umstritten war (z.b. Browser & Mediaplayer im BS integriert -> Folge: Pflicht der Browserwahl und starke Kontrolle der Wettbewerbskomission) ist bei Apple alles sebstverständlich. Es gibt nur einen integrierten Musik-Store, einen Book & App-Store mit starken Beschränkungen für Drittanbieter inkl. Wartezeiten zur Freigabe von Wochen bis Monaten (siehe simfy iPad App). Desweiteren müssen die Verlage die Distributionskanäle von Apple nutzen. Dazu teilweise eigene Hardware die wegen der Anschlüsse Lizenzgebühren kostet (made for iPod / iPhone). Ganz zu schweigen von null Kompatibilität zu anderen Produktion / Programmen (Stichwort iTunes Zwang; fehlende Anschlussmöglichkeiten; Flash). Es ist doch ein Witz zu sagen im App-Store gibts Wettbewerb wenn Apple die Bedingungen für die Zulassung stellt und automatisch 30% vom Umsatz einkassiert.

    Wenn Samsung tatsächlich technische Patente verletzt hat dann mag das ein guter Grund sein genauer hinzuschauen, aber wenn ein Design anscheinend kopiert wurde (aber doch deutlich anders aussieht) dann ...

    Man sollte eher bei Apple mal genauer hinschauen.

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