Rümänische Journalisten protestieren gegen zuviel Einfluss des deutschen Verlags
WAZ-Verlag wehrt sich gegen Vorwurf der Zensur

Die Redaktion der "Romania Libera" hatte die ganze erste Seite des Blattes genutzt, um ihren Protest gegen die WAZ-Gruppe darzustellen. Journalisten der Zeitung werfen dem deutschen Verlag Zensur vor.

HB BUKAREST. Der WAZ-Verlag hat Zensur-Vorwürfe von Journalisten in der von ihm beherrschten rumänischen Zeitung zurückgewiesen.

Die Redaktion der „Romania Libera“ hatte am Montag die gesamte erste Seite des Blattes genutzt, um ihren Protest gegen „redaktionelle Einmischung“ des Verlages darzustellen. Die Journalisten erklärten, sie seien dazu angehalten worden, politische Nachrichten zu Gunsten von Lifestyle-Berichten zu reduzieren.

„In den drei Jahren, die die Zeitung zu der deutschen Gruppe gehört, wurde niemals eine Veröffentlichung verhindert oder zensiert“, erklärte dazu Klaus Overbeck vom Verlag der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), ebenfalls in einer Erklärung auf der Frontseite.

Die rumänische Regierung wurde schon mehrmals von der Europäischen Union, den USA und Medienaufsehern wegen Versagens bei der Wahrung der Pressefreiheit gerügt. Gewalttäter gegen Journalisten gingen in der Vergangenheit straffrei aus.

Medienexperten in Rumänien berichten, regierungskritische Zeitungen bekämen fast keine Anzeigen des Staates, auf die die Presse des Landes finanziell angewiesen ist. Dies könne Zeitungen davon abhalten, kritisch über die regierenden Ex-Kommunisten zu berichten.

Overbeck erklärte, die WAZ wolle in der Zeitung Qualitätsstandards einführen, die von der Presse in Ländern mit demokratischer Tradition weithin anerkannt seien.

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