Rufnummernmitnahme sorgt für Wirbel – Analysten erwarten bis zu 30 Millionen Wechselkunden
US-Mobilfunker heizen Wettbewerb an

Die US-Mobilfunkgesellschaft T-Mobile USA hat das Wochenende um einen Tag verlängert: Es beginnt bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um Punkt Null Uhr. Von da an können T-Mobile-Kunden jenseits des Atlantiks den Wochenend-Tarif nutzen.

DÜSSELDORF. Unbegrenztes mobiles Telefonieren bis Sonntag Nacht ist dabei in der Grundgebühr enthalten. Bisher war das bei diesem Tarif nur am Samstag und Sonntag möglich. Mit solchen Sonderangeboten rüsten sich die US-Mobilfunkbetreiber für einen künftig wohl härteren Kampf um Kunden. Auslöser ist die Rufnummernmitnahme.

Seit dem gestrigen Montag können Mobiltelefonierer in 100 Ballungsgebieten der USA den Netzbetreiber wechseln und dabei ihre Mobiltelefonnummer mitnehmen. Im Rest des Landes wird diese Möglichkeit – im Fachjargon Rufnummernportabilität genannt – ein halbes Jahr später eingeführt. Analysten erwarten, dass dies den Wettbewerb in der Branche enorm anheizen und die kleinen Gewinne, die einige Unternehmen gerade wieder erwirtschaften, schmälern wird. Die Aktienkurse einiger Mobilfunkgesellschaften gaben daher in den vergangenen Wochen bereits nach: Die Aktienkurse von Sprint PCS und AT&T Wireless sind seit Ende Oktober um mehr als 20 % gesunken.

„Es wird einen heftigen Kampf um Marktanteile geben“, sagen Analysten von der Investmentbank Guzman & Co. „Angeheizt wird das durch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.“ Denn da stünden die Mobilfunkgesellschaften ohnehin schon unter großem Druck, ihre Preise zu senken.

Nach einer Umfrage der US-Beratungsfirma The Management Network Group (TMNG) will jedes vierte Großunternehmen den Mobilfunkbetreiber wechseln und seine Handy-Nummern mitnehmen. Insgesamt rechnet TMNG damit, dass in den nächsten zwölf Monaten bis zu 30 Millionen Mobiltelefonierer von ihrem bisherigen Anbieter zur Konkurrenz ziehen werden. Es gibt derzeit rund 150 Millionen Handy- Nutzer in den USA, damit hat jeder zweite US-Amerikaner ein Mobiltelefon. „Die Rufnummernmitnahme wird der Katalysator für eine stärkere Verbreitung des Mobiltelefons sein“, sagt Roger Entner, Mobilfunkanalyst bei der Marktforschungsgesellschaft Yankee Group, voraus.

In vielen anderen Ländern hatte diese Neuerung kaum Auswirkungen. In Deutschland zum Beispiel wurde die Rufnummernmitnahme vor einem Jahr eingeführt, ist bisher aber nur von wenigen Zehntausend genutzt worden.

Experten erwarten jedoch, dass die US-Amerikaner deutlich wechselwilliger sind, da zahlreiche Kunden mit der Qualität der Mobilfunknetze unzufrieden sind. In den USA brechen Handy-Gespräche häufiger ab als in Europa, und die Netzabdeckung ist schlechter.

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