Rupert Murdoch will Sky erwerben
Brexit sei Dank!

Seit Jahren will Medienunternehmer Rupert Murdoch den europäischen Bezahlsender Sky erwerben. Nie hat es geklappt. Doch jetzt schlägt er zu. Den Ausschlag gab das schwache Pfund.
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New YorkRupert Murdoch gehören bereits 39 Prozent an Sky – jetzt holt er sich auch den Rest. Insgesamt 14 Milliarden Dollar zahlt sein Konzern 21st Century Fox für die ausstehenden Papiere des europäischen Bezahlsenders, der damit mit knapp 23 Milliarden Dollar bewertet wird.

Die Logik folgt der von anderen Übernahmen in der Medienbranche wie AT&T und Time Warner oder Comcast und NBC Universal: Inhalte und Vertrieb werden zunehmend unter einem Dach vereinigt. Immer mehr Kunden wandern ins Internet ab, was dem klassischen TV- und Filmgeschäft zu schaffen macht.
21st Century Fox ist im Film- und Fernsehgeschäft tätig, während Sky per Satellit Sportsendungen wie die Bundesliga in Deutschland oder Premier League in England sowie TV-Shows wie von HBO oder aktuelle Filme überträgt. Die Übernahme würde „Skys führende Position in Unterhaltung und Sport voranbringen“, sagte 21st Century Fox in einer Mitteilung.

Die Übernahme zeichnete sich schon im vergangenen Januar ab. Da installierte Medienunternehmer Murdoch seinen Sohn James Murdoch als Chairman – der vor vier Jahren in der gleichen Position nach dem Abhörskandal von dem Posten zurück trat. Unter dem öffentlichen Druck der Affäre um abgehörte Telefonate und bestochene Polizisten spaltete damals Murdoch seinen Konzern News Corp 2012 auf und trennte das in die neue Gesellschaft 21st Century Fox ab.

Aktionäre von Sky witterten schon vor der Akquisition einen Interessenkonflikt. Der 43-Jährige James Murdoch führt auch die Geschäfte von 21st Century Fox. Mit der Personalunion, so die Anleger, könne es keinen fairen Übernahmepreis geben. Auf der Hauptversammlung im vergangenen Oktober stimmten laut Finanzberatung Manifest die knappe Mehrheit aller unabhängigen Aktionäre gegen James Murdoch. Jetzt berät ein vom Sky-Verwaltungsrat berufenes Gremium unter Ausschluss von ihm die Offerte.

Ausschlag für das Angebot gab laut dem „Wall Street Journal“ das schwache Pfund. Seit dem beschlossenen Austritt aus der Europäischen Union im Juni fiel die englische Währung gegenüber dem Dollar um 16 Prozent. Auch half ein schwacher Börsenkurs, der im vergangenen Jahr um 27 Prozent sank – fast genauso so viel, wie Murdoch jetzt für Sky als Aufschlagsprämie auf den Tisch legt.

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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  • Herr Troll, wechseln Sie doch mal die Unterhose und auch die Verlobte aber Sie haben ja beides nicht, Sie armer Wicht.
    Mein Gott..dabei bin ich selbst so ein armer Wicht und mache mich selbst zum Troll....aber es geht mit mir durch...statt auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, kommentiere ich jetzt jeden Artikel ,wo auch der Troll ist......überall sehe ich Trolle.....

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