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15.05.2008 

Infineon ist im Umbruch. Um das DRAM-Geschäft loszuwerden, nahm der Konzern zuletzt eine milliardenschwere Abschreibung auf die Speicherchip-Tochter Qimonda in Kauf. Die Mehrheit von rund 75 Prozent soll bald abgegeben werden. Qimonda schreibt auf Grund von stark gefallenen Chippreisen tiefrote Zahlen.

Ob Infineon nach der Trennung von Qimonda auf längere Sicht eigenständig bleibt, muss abgewartet werden. Als ein theoretischer Ausweg gilt eine Fusion mit NXP, das einer Investorengruppe um KKR gehört. "Ob da unter dem Strich was gutes rauskäme, wäre ungewiss", hieß es im Infineon-Umfeld. NXP habe viele eigene Probleme. Zudem seien die Unternehmen teils in unterschiedlichen Bereichen aktiv. Seine Mobilfunksparte hat NXP gerade erst abgegeben, dafür ist die frühere Philips-Sparte in der Konsumelektronik stark, wo Infineon kaum vertreten ist. "Das wäre nicht die ideale Ehe", hieß es in Aufsichtsratskreisen. Unter Analysten sind die Meinungen geteilt. "Da könnte man sich schon viele Synergien vorstellen", sagte Theo Kitz von Merck Finck. Die Experten von Dresdner Kleinwort sehen dagegen eher ein Desaster bei einer Fusion der schwächelnden Unternehmen.


» Bildergalerie: Russlands Oligarchen erobern den Westen


Sistema will expandieren

Europa: Russlands neuer Präsident Dmitrij Medwedjew hat die Unternehmer seines Landes aufgerufen, sich im Ausland einzukaufen. Denn in Russland fehlt es vor allem an einem - Know-how. Sistema hat dies wohl verstanden. Westeuropa steht für den Mischkonzern nach wie vor hoch im Kurs. Mit der Telekom Austria sind gemeinsame Projekte angedacht. Große Übernahmen stehen nach Ansicht des Sistema-Chefs Alexander Gontscharuk derzeit generell aber nicht auf dem Programm. Sistema möchte viel lieber kleinere Unternehmen im Hightechbereich kaufen.

Wachstumsländer: Das große Geschäft wittert Sistema dagegen auf Märkte wie Indien, China oder im Mittleren Osten. Erst zu Beginn der Woche hat der Konzern ein Bündnis mit der DAS-Holding aus den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen, um Projekte in den Bereichen Telekommunikation, Bau oder Bankwesen zu erschließen. In Russland hofft der Konzern, dass unter der neuen Regierung von Wladimir Putin die lange diskutierte Privatisierung des Festnetzsektors kommt.

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