Russia Today: „Wir sind die Kreml-Marionetten“

Russia Today
Der Propaganda-Sender des Kremls in Deutschland

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„Wir sind die Kreml-Marionetten“

„Wir von RT Deutsch, wir sind die Putin-Versteherinnen, die Kreml-Marionetten, die Verschwörungstheoretikerinnen“, moderiert eine der jungen Reporterinnen ihren Beitrag an. Was ironisch und witzig wirken soll, erscheint bei näherem Betrachten der Inhalte hingegen bizarr. Die Moderatorin  Jasmin Kosubek stellt ihren Gästen fast durchwegs Suggestivfragen. Dem ORF-Korrespondenten Christian Wehrschütz wurde das in einem Live-Interview am Mittwoch zu viel: „Suggestivfragen sind im Journalismus an sich verboten“, ließ er die Moderatorin wissen.

Professor Martin Emmer, Direktor des Publizistikinstituts der FU Berlin, hat sich bereits vor zwei Jahren mit seinen Studenten dem Sender RT wissenschaftlich genähert. Im Gegensatz zu öffentlich-rechtlichen Auslandssendern wie etwa dem deutschen Kanal „Deutsche Welle“ sieht er in RT „eindeutig einen Kommunikationskanal der russischen Regierung“. Emmer sagt: „RT funktioniert nach den Regeln politischer PR.“

Das Grundmuster von RT bildet laut Emmer nicht die Lüge, sondern die extreme Selektion der Nachrichten.  „Einzelfälle werden als Beleg für ein angeblich insgesamt korruptes System des Westens präsentiert“, sagt Emmer. Was der Wissenschaftler ebenfalls beobachtet, ist ein Wandel des Programmschemas: „RT geht von einer reinen Positiv-PR für Russland hin zu einer zunehmend konfrontativen Berichterstattung, eingebettet in die offizielle Doktrin des Kreml.“

Dass der Sender im Sinne Russlands agitiert, daraus macht der Muttersender RT kein Geheimnis. Margarita Simonjan, die Chefredakteurin von RT, sagte dem „Spiegel“, dass RT die Stimmung in westlichen Ländern nicht kurzfristig beeinflussen wolle. Vielmehr ginge es darum, eine alternative Öffentlichkeit zu schaffen. Das Budget für den Aufbau des RT-Netzwerks liegt derzeit bei rund 220 Millionen Euro. 2015 soll es um ein Drittel aufgestockt werden.

Kommentare zu " Russia Today: Der Propaganda-Sender des Kremls in Deutschland"

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  • Unsere Medien verschweigen entscheidene Dinge zum Verständnis. Beispiel Tschetschenien-Krieg. Unter Jelzin hatte Russland gegen Tschetschenien bis 1997 gekämpft. Danach wurde Maschadow Präsident. 1999 erorberten Bassajew und Ibn-al-Chattab Tschetschenien und errichteten einen Kalifatenstaat. Russland unter Putin warf auf Drängen der Tschetschenen den IS-Vorgänger Ibn-al-Chattab aus Tschetschenien im 2.Tschetschenienkrieg. Wen bejubelte der Westen hoch? So wie die Taliban 1980, jubelten sie bis 2009 den IS-Vorgänger Ibn-al-Chattab hoch, das waren die Lieblinge des Westens. Sie wurden finanziert und ausgerüstet vom Wsten. Nur dumm, das jetzt die IS gegen den Westen mit den Waffen des Westens kämpft. Mit Georgien ist das selbe. Georgien griff am 7.8.2008 Russland mit Unterstützung von 120 US-Millitärs, nachzulesen in fast jeder portugiesichen Kaukasuskriegsseite, an. Wer ist der Leibeling des Westens? Georgien, die Abchasien und Südossetien seit 1990 drangsalieren. Dem Westen ist das egal.
    Hat nur ein Medienblatt sich mit der Thematik Abchasien oder Ibn-al-Chattab beschäftigt? Nein. Ich musste mich durchs Wikipedia forsten, ohne RT-Hinweis.

  • "Wir reden nochmal mit den Angehörigen."

    Bei dem Thema wäre ich an Ihrer Stelle lieber vorsichtig! Der WESTEN hält hierzu bis heute Dokumente unter Verschluß.

  • @Herr Ralf Uhlhorn
    Auch wieder so eine Fehlmeldung die Sie hier verbreiten. Selbst wenn irgend ein Interviewpartner diesen Quatsch verlauten ließ, blasen Sie es zu einer öffentlichen Meldung von RT auf. Durchsichtig und trollig!

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