Russischer Auslandssender: Britische Bank will Konten von Russia Today schließen

Russischer Auslandssender
Britische Bank will Konten von Russia Today schließen

Das britische Geldhaus NatWest will Konten des Auslandssenders Russia Today schließen. Der Sender glaubt, dass er Opfer von Zensur geworden ist. Das sorgt für neue Spannungen zwischen Russland und Großbritannien.

Moskau/LondonDie angekündigte Schließung von Konten des russischen Auslandssenders RT sorgt für neue Spannungen zwischen Russland und Großbritannien. Das vom Staat finanzierte Medienunternehmen warf der Bank NatWest am Montag Zensur vor und veröffentlichte ein Schreiben, wonach das Institut vom 12. Dezember an seine Dienstleistungen nicht mehr anbieten will. Der NatWest-Mutterkonzern Royal Bank of Scotland erklärte, man prüfe die Lage und setze sich mit dem Kunden in Verbindung. Die Konten seien nicht geschlossen. Der Finanzkonzern ist mehrheitlich im Besitz der britischen Regierung. Dem Sender RT, der auch in Deutschland aktiv ist, wird im Westen oft vorgeworfen, Propaganda der russischen Regierung weltweit zu verbreiten.

Das russische Außenministerium äußerte sich besorgt. Mit der Entscheidung werde es unmöglich, in Großbritannien einen normalen Sendebetrieb aufrechtzuerhalten. Der Gedanke liege nahe, dass damit eine Nachrichtenquelle versiegen solle, die für die Regierung in London unbequem sei. RT kündigte dagegen an, weiter im Königreich aktiv zu sein. Eine Sprecherin von Premierministerin Theresa May hielt sich mit einer Bewertung zurück. Es handele es sich um eine unternehmerische Entscheidung, sagte sie.

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind seit Jahren gespannt, zuletzt durch die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim sowie den russischen Militäreinsatz an der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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