Russland-Affäre
Facebook geht in die Offensive

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Zuckerbergs Außenministerin auf Vertrauenstournee

Facebook selbst hat das Problem erkannt: Chef Mark Zuckerberg kündigte zuletzt an, mehr Transparenz bei politischer Werbung walten zu lassen. Dafür will das Unternehmen auch eine personelle Aufstockung im Bereich der Teams vornehmen, die entsprechende Werbung kontrollieren. Auch eine Software soll in Zukunft dabei helfen, Werbeanzeigen automatisiert zu entfernen, wenn diese gegen die Geschäftsbedingungen des Netzwerks verstoßen.

Wie zudem Medien Anfang der Woche berichteten, sollen Anzeigen, die nach ethischen, sozialen oder politischen Parametern ausgespielt werden, in Zukunft manuell von Mitarbeitern überprüft und genehmigt werden müssen. Diese Meldungen hat Facebook allerdings noch nicht kommentiert. Es ist allerdings im Zuge des anhaltenden Drucks auf die Tech-Konzerne im Zuge der Ermittlung durchaus realistisch, dass diese Sicherheitsmaßnahme eingeführt wird.

Denn für den Konzern geht es nicht nur um die Aufrechterhaltung einer Vision von grenzenloser Kommunikation und globaler Gemeinschaft, in den USA wurden zuletzt auch Stimmen laut, die Unternehmen wie das soziale Netzwerk aus Menlo Park stärker regulieren wollen. Auch deshalb begibt sich Zuckerbergs „Außenministerin“ Sandberg gerade auf große Vertrauenstournee.

Dabei ist nicht nur Facebook betroffen: Auch Twitter fand und sperrte Accounts mit Verbindungen zu den von Facebook entdeckten Profilen. Google stellt eigene interne Nachforschungen an, die laut Informationen der „Washington Post“, bereits zu ersten Ergebnissen geführt haben: So sollen russische Agenten mit Zehntausenden von Dollar Anzeigen in mehreren Produkten des Internetriesen Google beeinflusst haben. Das US-Unternehmen habe die russisch gesteuerte Desinformationskampagne entdeckt, berichtete die Zeitung am Montag unter Berufung auf informierte Kreise. Die Konzerne müssen Stellung beziehen – nicht nur öffentlich, sondern auch in einer Anhörung im Washingtoner Kongress. Google soll nun erwägen, wie Facebook und Twitter, daran teilzunehmen.

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