Saban verlangt mehr Geld
Ringen um Pro Sieben Sat 1 geht weiter

Haim Saban nimmt einen neuen Anlauf für den Verkauf der privaten Fernsehsendergruppe Pro Sieben Sat 1, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Für den Sender interessieren sich der französische TV-Konzern TF 1 und mehrere Finanzinvestoren.

HB FRANKFURT. Pro Sieben Sat 1-Eigentümer Haim Saban und das Management des Senders hätten sich Mitte dieser Woche mit drei Interessenten getroffen, um über einen Verkauf der Sendergruppe zu sprechen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag ohne Nennung der Quelle. „Die sind weiter auf der Suche nach einem Käufer“, bestätigte ein hochrangiger Manager eines Finanzinvestors gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gibt keinen offiziellen Verkaufsprozess im Moment, aber Sondierungen laufen schon die ganze Zeit über.“

Mit an Bord waren dem Zeitungsbericht zufolge der französische TV-Konzern TF 1, der erst Ende April sein Interesse an Pro Sieben Sat 1 offiziell bekräftigt hatte, die Finanzinvestoren KKR und Permira sowie eine Gruppe aus Goldman Sachs und Apax. Der Verkauf sei für September oder Oktober vorgesehen, hieß es in dem Bericht. Die Finanzinvestoren wollten Pro Sieben Sat 1 offenbar mit dem Bezahlfernsehsender Premiere verbinden.

Dem Bericht zufolge verlangt Saban bei einem Verkauf seiner Pro Sieben Sat 1-Anteile mehr Geld als beim gescheiterten Verkauf an die Verlagsgruppe Axel Springer. Es gehe nun um 30 Euro je Aktie und mehr. Im Februar habe Saban Angebote von KKR und Permira sowie Goldman Sachs und Apax als zu niedrig abgelehnt. „Keiner ist bereit, seinen Preisvorstellungen zu folgen“, hieß es in den Finanzkreisen. „Man kann sagen, 30 Euro sind extrem ambitioniert, wenn nicht gar absurd“, sagte ein anderer Beteiligter. Womöglich sei Saban aber bei einem Preis von 25 bis 28 Euro je Aktie verhandlungsbereit.

Bei dem am Widerstand der Genehmigungsbehörden gescheiterten Verkauf an Springer wollte der Verlagskonzern 23,37 Euro je Stammaktie zahlen. Hintergrund für die hohen Forderungen Sabans könnte auch die zunehmende Konjunkturzuversicht in Deutschland sein, die sich in anziehenden Werbeerlösen niederschlagen dürfte. ProSiebenSat.1 hat erklärt, nach mehreren schwachen Jahren für den deutschen Werbemarkt 2006 wieder ein Plus von zwei Prozent zu erwarten.

Die Aussicht auf einen hohen Verkaufspreis trieben die Aktie der Senderkette und von Premiere zu Wochenschluss nach oben. Mit einem Plus von zeitweise mehr als vier Prozent auf 22,75 Euro gehörten ProSiebenSat.1 zu den größten Gewinnern im Index für mittelgroße Werte, dem MDax. Im Sog dessen legten auch Premiere-Aktien um 1,6 Prozent auf 12,44 Euro zu.

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