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17.12.2008 
Insolvenzverwalter soll vermitteln

Sachsen kämpft um Qimonda

von Dirk Müller-Thederan

Das Pokerspiel um die Zukunft des finanziell schwer angeschlagenen Speicherchipherstellers Qimonda geht weiter. Die sächsische Landesregierung setzt auf weitere Gespräche mit dem Qimonda-Mutterkonzern Infineon. Auch der Bund schließt inzwischen offenbar nicht mehr aus, sich an der Rettung zu beteiligen. Die Aktie des Unternehmens blieb auch am Mittwoch auf Talfahrt.

Firmenlogo des angeschalgenen Chipherstellers Qimonda in Dresden. Die Infineon-Tochter kämpft ums Überleben, die sächsische Landesregierung setzt weiter auf Gespräche mit dem Mutterkonzern. Foto: apLupe

Firmenlogo des angeschalgenen Chipherstellers Qimonda in Dresden. Die Infineon-Tochter kämpft ums Überleben, die sächsische Landesregierung setzt weiter auf Gespräche mit dem Mutterkonzern. Foto: ap

DRESDEN. "Wir würden es sehr bedauern, wenn Infineon die helfende Hand aus Sachsen ausschlägt", sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Die Landesregierung hatte Qimonda einen Staatskredit über 150 Mio. Euro angeboten, der allerdings nur dann ausgezahlt wird, wenn Infineon die gleiche Summe zuschieße. Das hatten die Münchener abgelehnt.

Das Angebot gelte weiterhin, es werde auch nicht verändert, sagte Tillich. Zwischen Freistaat und Infineon soll nach dpa-Informationen ein bereits vorsorglich eingesetzter Insolvenzverwalter vermitteln. Daneben laufen Gespräche auf verschiedenen politischen Ebenen.

Tillich kündigte an, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Sachlage zu informieren und die strategische Bedeutung des Unternehmens zu erläutern. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters schließt die Bundesregierung nicht aus, sich an einer Rettungsaktion zugunsten Qimondas zu beteiligen. Konkrete Pläne dazu gebe es im Moment aber nicht.

Infineon hatte das Angebot unter Verweis auf die eigene prekäre Finanzlage zurückgewiesen. Am Mittwoch setzte sich die Talfahrt des Konzerns an der Börse fort. Die Infineon-Aktie verlor bis zum Nachmittag weitere zwei Prozent und notierte bei 66 Cent. Nach Einschätzung von Equinet-Analyst Tobias Loskamp dürfte es nach der Entscheidung vom Dienstag noch schwerer werden, einen Käufer oder Investor für Qimonda zu finden. Außerdem könnte im Falle eines Zusammenbruchs von Qimonda auf Infineon die Rückzahlung von Subventionen zukommen, sagte er Reuters. Ohne rasche Hilfe droht Qimonda das Aus, spätestens im März 2009, heißt es bei dem hohe Verluste schreibenden Unternehmen.

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