Saisonstart
Arena kämpft gegen schwarze Röhre

Mehr als eine Million Haushalte können den neuen Bundesliga-Sender des Kabelkonzerns Unity Media zum Saisonstart nicht empfangen. Das sind mindestens fünf Prozent aller deutschen Kabelhaushalte.

DÜSSELDORF. Der neue Bezahlsender Arena wird zum Bundesliga-Start Deutschland nicht komplett über das Kabel abdecken können. In einigen Gegenden werden Zuschauer in die Röhre gucken. „Es können nicht alle Lücken geschlossen werden“, sagte ein Insider. Nach Meinung eines beteiligten Unternehmens werden mehr als eine Million Haushalte zum Start der Liga den Bundesligasender des Kabelkonzerns Unity Media (Ish, Iesy, Tele Columbus) nicht empfangen. Das sind mindestens fünf Prozent aller deutschen Kabelhaushalte.

Eine Arena-Sprecherin bestätigte am Donnerstag das Scheitern des ursprünglichen Plans, alle Kabelnetze in Deutschland zu versorgen. Sie sagte zur Erklärung: „Natürlich wünschen wir uns, dass alle Fans unser Programm über das Kabel ins Haus geliefert bekommen. Aber wir sind auf die Kooperationsbereitschaft der vielen hundert Kabelnetzbetreiber angewiesen.“ Beispielsweise konnte sich Kabelnetzbetreiber Primacom, der vor allem in Sachsen, aber auch im westlichen Nordrhein-Westfalen stark ist, nicht mit Arena einigen. Stattdessen vertreibt der Bezahlsender Premiere künftig das Arena-Abonnement in den meisten Gebieten von Primacom. Die Regelung gilt aber nur für ein Teilgebiet des Primacom-Netzes. „Dort, wo Primacom an das Netz von Kabel Deutschland (KDG) angeschlossen ist, kann Arena über Premiere empfangen werden. In den von der KDG unabhängigen Netzgebieten ist dies nicht der Fall“, sagte eine Arena-Sprecherin. Beispielsweise schauen Kabelhaushalte von Primacom in Aachen in die Röhre.

Primacom zählt bundesweit rund eine Millionen Kunden. Das Unternehmen verhandelte mit Arena ergebnislos. Dreh- und Angelpunkt waren die Minimumzahlen, die Arena von Primacom forderte. „Durch die kommerziellen Anforderungen, die insbesondere in Form von Minimumzahlungen durch den neuen Rechte-Vermarkter Arena erhoben werden, sehen die Kabelnetzbetreiber ein erhöhtes Risiko in der Vermarktung“, berichtet Volker Steiner, Vorstand des Satellitenbetreiber Eutelsat. Bei der Vermarktung von Arena spielt der französische Konzern eine Schlüsselrolle. Er vermarktet die Bundesliga für unabhängige Netzbetreiber. „Wir haben in dieser Woche bereits 25 Verträge mit Kabelfirmen abgeschlossen“, sagte ein Sprecher. Den wichtigsten Abschluss bisher erzielte sich Eutelsat mit der Kabelfirma EWT. Die Augsburger Firma versorgt zwei Millionen Haushalte.

Auch für Primacom ist die Bundesliga von großer Bedeutung. Das Unternehmen braucht dringend zusätzliche Umsätze. Dem in Mainz ansässige Netzbetreiber drohte in der Vergangenheit die Insolvenz. Im Herbst vergangenen Jahres einigte sich der hoch verschuldete Kabelnetzbetreiber mit seinen wichtigsten Kreditgebern.

Mit den Live-Spielen der Bundesliga direkt versorgt sind derzeit die Kabelhaushalte in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die beiden Länder gehörten zum Stammgebiet der Arena-Mutter Unity. In Baden-Württemberg vertreibt der Netzbetreiber Kabel BW das Arena-Programm. Nachdem Arena keine Einigung mit dem Branchenprimus KDG erzielte, verkauft der frühere Erzfeind Premiere in 13 Bundesländern den neuen Sender.

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