Samsung Galaxy S8 Der Neustart nach dem Note-7-Desaster

Mit dem neuen Galaxy S8 will Samsung erneut einen Gegenpunkt zu Apples iPhone setzen. Die Zeit drängt, denn der Imageschaden der brennenden Akkus beim Galaxy Note 7 wiegt immer noch schwer.
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Apple-Jagd hat begonnen – So will Samsung wieder an die Spitze

Apple-Jagd hat begonnen – So will Samsung wieder an die Spitze

New York/DüsseldorfJubelnde Zuschauer im New Yorker Lincoln Center. Dabei steht diesmal kein Star-Tenor auf der Bühne und auch keine Geigen-Virtuosin wie sonst in dieser heiligen Halle der klassischen Musik. Stattdessen fliegt ein überdimensionales Handy über die Mega-Leinwand der David-Geffen-Konzerthalle. Der Sternenhimmel auf der Wand geht genauso fließend in die Hallendecke über wie der Bildschirm des neuen Galaxy 8, der über die gesamte Oberfläche hinaus über die Seiten läuft.

Am 21.April soll das neue Galaxy 8 auf den Markt kommen, das dem iPhone Konkurrenz machen soll. Das neue Handy kommt mit einem Kopfhörer von AKG, Iris-Erkennung und der neuen Sprach-Assistentin Bixby in die Läden.

„Dies markiert einen neuen Beginn" ruft der für die Produkt-Strategie zuständige Vizepräsident Justin Denison in die Menge. Einen neuen Beginn kann Samsung auch gut gebrauchen.

Für Samsung ist es ein Schritt nach vorne: Nach dem Debakel um die explodierenden Akkus des Galaxy Note 7 braucht der südkoreanische Konzern wieder positive Nachrichten. Dafür setzt Samsung auf allerlei technische Feinheiten und will mit seinem Sprachassistenten Bixby Mitbewerbern Konkurrenz machen. Denn auch Apple wird in diesem Jahr wohl das iPhone 8 auf den Markt bringen – was manche Analysten schon jetzt frenetisch feiern.

Das Galaxy Note 7 war für Samsung eine Horrorstory, die kein Markenexperte grauenvoller ins Lehrbuch hätte schreiben können. Im vergangenen Herbst häuften sich die Meldungen über brennende Akkus bei dem damals frisch präsentierten Gerät. Die vermeintlich sicheren Ersatzgeräte mussten kurz darauf ebenfalls wieder zurückgerufen werden – auch sie fingen Feuer. Die Dauerschleife in den Warnhinweisen an Flughäfen und in Flugzeugen, dass das Gerät nicht mit an Bord genommen werden dürfe, machte das Fiasko omnipräsent.

Das kann Samsungs neues Flaggschiff
Offizielle Präsentation
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Stolz hält Samsungs Handy-Chef DJ Koh beide Ausführungen des neuen Galaxy S8 für die Fotografen in die Höhe.

Gestreckt
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Optisch fällt sofort das langgezogene Display auf, das das ungewöhnliche Format 18,5:9 besitzt. Aufgrund dessen ist das Smartphone im Ganzen in der Standard-Ausführung von den Maßen her zwar kleiner als das S7 Edge, verfügt aber mit 5,8 Zoll über einen größeren Bildschirm.

Premium-Variante
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Das Galaxy S8 Plus sprengt mit 6,2 Zoll den Rahmen aller bisher dagewesenen Galaxy-Modelle. Gewöhnungsbedürftig: Das Abspielen eines Videos im heutigen Standard-16:9-Format wird durch einen schwarzen Balken ergänzt – allerdings am linken und rechten Bildschirmrand.

Neuer Sprachassistent
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Die wichtigste Neuerung des neuen Top-Modells ist Samsungs eigenes Helferlein mit dem Namen „Bixby“. Der Sprachassistent ist mit verschiedensten Apps verknüpft, wodurch sich eine tiefergreifende Nutzung als etwa mit Google Assistant oder Siri ergibt. Mit einer speziellen Kamera-App lassen sich so Produkte fotografieren und automatisch bei Amazon suchen. Das Einlesen eines Barcodes ist dabei nicht vonnöten.

Nicht in Deutschland
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Mit der App werden auch Landschaften und Orte – selbst von Fotos – erkannt und weitere Informationen dazu geliefert. Für Nutzer in Deutschland jedoch ärgerlich: Bixby ist zum Verkaufsstart nur auf Koreanisch, Chinesisch und Englisch verfügbar – und das auch nur in Korea, China und den USA.

Tauchgang
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Heute fast schon der Standard in der Oberklasse: Auch das S8 ist wasserdicht.

Schicker Rücken
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Das Gerät wird in den wenig knalligen Farben „Arctic Silver“, „Orchid Grey“ und „Midnight Black“ angeboten. Die Kamera verwendet denselben 12-Megapixel-Sensor wie das Vorgänger-Modell. Das ist allerdings kein Rückschritt, da dieser noch immer zu den besten auf dem Markt gehört.

Rund vier Millionen Geräte mussten zurückgenommen und als Gefahrengut zurücktransportiert werden. Der finanzielle Schaden war enorm: Die Belastung für das operative Geschäft bezifferte Samsung auf rund fünf Milliarden Euro. Nach monatelangen Untersuchungen zeigte sich: Die Brände waren auf Design- und Produktionsfehler bei den Akkus zurückzuführen. „Das neue Produkt ist wichtig für Samsung. Apple hat im vierten Quartal 2016 die Marktführerschaft übernommen – das war zwar dank des Weihnachtsgeschäfts zu erwarten, hat aber Samsung dennoch zu schaffen gemacht“, sagt Annette Zimmermann, Analystin beim Marktforscher Gartner.

Samsung bleibe zwar Marktführer, aber das Debakel um das Galaxy Note 7 habe dennoch eine Lücke in das Premium-Segment des Unternehmens gerissen, weil die entsprechenden Kunden eher zu Apple gegangen seien.

„Wir müssen demütig sein, um aus unseren Fehlern zu lernen“, sagte der Chef der Handy-Sparte von Samsung, DJ Koh, bei der Vorstellung in New York.

Erster eigener Sprachassistent
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