Samsung gegen Apple Samsung wehrt sich gegen Apples Sieg

Nach dem Urteil eines wichtigen US-Gerichts im Patentstreit mit Apple geht Samsung in die Offensive. Die Entscheidung zu Gunsten der Amerikaner wollen die Asiaten nicht zu einfach hinnehmen. Der Streit geht weiter.
Update: 26.08.2012 - 11:57 Uhr 48 Kommentare
Samsung oder iPhone? Kaum zu erkennen. Quelle: AFP

Samsung oder iPhone? Kaum zu erkennen.

(Foto: AFP)

San FranciscoGestärkt durch seinen Triumph über Samsung im milliardenschweren Kampf um Patente feuert Apple einen Warnschuss an die gesamte Branche ab. Apple begrüße die deutliche Botschaft der Jury, dass Diebstahl inakzeptabel sei, schrieb Apple-Chef Tim Cook an seine Mitarbeiter. Er hoffe, dass die ganze Welt dies höre. Auf den Tag genau ein Jahr nach Cooks Amtsantritt sprach ein US-Gericht dem iPhone-Hersteller Schadenersatz von einer Milliarde Dollar zu. Am Samstag sagte der Vorsitzende der Jury, die Strafe sollte Samsung schmerzen. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die Südkoreaner zentrale Eigenschaften der Apple-Kassenschlager nachgeahmt haben. Samsung erklärte, das Urteil sei nicht das letzte Wort.

Unmittelbar nach dem Urteil schrieb Apple-Chef Cook an seine Mitarbeiter weiter, der Konzern sei nur ungern gegen Samsung vor Gericht gezogen. Zunächst habe man den Konkurrenten wiederholt aufgefordert, die Produkte von Apple nicht länger nachzuahmen. "Wir begrüßen es, dass die Jury Samsungs Verhalten als vorsätzlich einstuft", fügte Cook hinzu.
In dem richtungsweisenden Rechtsstreit in Kalifornien sahen es die Geschworenen nach weniger als dreitägigen Beratungen als erwiesen an, dass Samsung vorsätzlich bei Apple abgekupfert hat. Apple wurden 1,05 Milliarden Dollar Schadenersatz zugesprochen, die wegen der Vorsätzlichkeit auf Antrag Apples bis zu drei Mal so hoch ausfallen können. Apple strebt zudem ein Verkaufsverbot an, wogegen sich Samsung aber wehren will. Im Kampf um die Vormacht auf dem begehrten Wachstumsmarkt für mobile Geräte liefern sich Apple und Samsung mit ihren Patentstreitigkeiten in zahlreichen Ländern eine Art Stellvertreterkrieg. In Kalifornien wollte die Jury die Vermarktungshoheit über eigene Erfindungen gestärkt sehen.

"Wir wollten keinem Unternehmen die Blankovollmacht ausstellen, dass es gegen das Recht auf geistiges Eigentum anderer verstoßen kann", sagte der Jury-Vorsitzende Velvin Hogan am Samstag zu Reuters. Apples Argumente seien überzeugend gewesen und aus Äußerungen von Samsung-Managern sei eindeutig hervorgegangen, dass die Südkoreaner vorsätzlich gehandelt hätten. Allerdings seien Apples Schadenersatzforderungen von bis zu 2,75 Milliarden Dollar außerordentlich hoch gewesen. "Wir wollten sicherstellen, dass wir mit unserer Botschaft nicht nur eins auf die Finger geben", sagte der 67-jährige Ingenieur im Ruhestand. Die Höhe der Strafe habe schmerzhaft, aber nicht unverhältnismäßig sein sollen.

Steve Jobs sprach von "Atomkrieg"
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48 Kommentare zu "Samsung gegen Apple: „Das ist nicht das letzte Wort“"

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  • Und wieviele von diesen amerikanischen Geschworenen besitzen selbst ein iPhone??? Bestimmt ALLE !!!;-) Zum anderen finde ich die US Gerichte mit diesen genannten "ausgewählten" Geschworenen sowieso nicht wirklich vertrauenswürdig...

    "Das ist nicht das letzte Wort" = so siehts nämlich aus !! Als würde nun Samsung klein beigeben und schön an Apple zahlen !!! LOL
    Soviel hat nicht mal ein Bill Gates ausser gerichtlich an Steve Jobs "freiwillig" zurückgezahlt, der ja damals Apple ausspioniert hatte ;-) und das auch erst einige Jahre später, wo Bill Gates währenddessen schließlich mit seiner Software Milliarden gemacht hat :-)

    Dieses ganzen hin und her wird sich noch ziemlich in die Länge ziehen und könnte noch einige Jahre andauern ... ach, da sind ja auch noch die anderen Patentklagen, die noch hinzu kommen... Apple das totale Unschuldslamm, haben selbst ihre damalige Weltneuheit der Sprachsteuerung "Siri" ja selbst von einer UNI "gestohlen"... ;-)

    Ich glaub auch, dass das iPhone 5 im ersten Jahr ohne Steve Jobs (RIP), nicht wikrlich was großartiges und auch neues sein wird, bzw. das es überhaupt noch in diesem Jahr erscheint ?? Das einst großartige Genie dieses Unternehmens war und wird immer nur Steve Jobs mit seinen Visionen bleiben !!!

  • Asiaten sind die Kopisten des frühen 21ten Jahrhunderts wie die Deutschen es in der 2ten Häfte des 19ten Jahrhunderts waren: http://einestages.spiegel.de/s/tb/25406/made-in-germany-vom-stigma-zum-qualitaetssiegel.html
    Asien versucht in schnellen Schritten aufzuholen. USA und die EU liefert Asien zudem Blaupausen und läßt immer größere Mengen in Asien fertigen. Aus den damaligen Lieferanten werden aber schnell Konkurrenten. Asiaten fragen sich sicher, was sie tun müssn, um mehr selbst auf der "letzten Meile zum Kunden" zu verdienen. Asiaten wollen nicht nur No-name-Produzent sein, auf dem zum Schluß der Markenname eines Fremden aufgeklebt wird, der dann die Rendite abschöpft.

    Also wird ein beispielloser Wettlauf gestartet. Auch wird Schlüsselpersonal abgeworben, Unternehmen aufgekauft, und ... und ... und auch kopiert.

    "Wer nicht erfindet, verschwindet. Wer nicht patentiert, verliert" sagte E. Häußer einmal. Damit hat er Recht.

    Apple erfand das iphone, lagert aber gnadenlos Prozesse nach Asien auf. Ein iphone ist heute "made in China" und Samsung war ein wichtige "Haus und Hof Lieferant", der gnadenlos abkupferte. Soll apple zusehen, wie andere die Wischtechnik & Co. einfach kopieren ? Patentrecht ist dafür da, dass zu verhindern. Patentrecht ist dafür da, Lizenzen einzufordern und notfalls Verbote gerichtlich auszusprechen.

    Samsung kommuniziert, dass Handy wohl teurer werden müssen. Aber so ist es einmal: Kopisten müssen Lizenzgebühren zahlen oder damit rechnen verboten zu werden. In einer globaliserten Welt ist das Patentrecht ein wichtiges Recht, um die eigene Leistung zu schützen. Kopieren ist Diebstahl.

    SAMSUNG wird genauso hart in 5 Jahren agieren und chinesische Unternehmen genauso hart in 10 Jahren. Das ist ihr gutes Recht, das eigene Wissen zu verteidigen.

    APPLE muss heute im Geschäftsmodell mit Fabriken in Asien, die noch nicht einmal Apple gehören so agieren, um eben nicht schnell kopiert zu werden und anschließend verschwinden.

  • http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,834337,00.html

    http://techpp.com/2012/01/04/samsung-is-out-to-annoy-apple-to-the-core-with-galaxy-ace-plus-galaxy-m-style/

    mehr muss man dazu nicht sagen.

  • Apple gehen langsam alle Ideen aus nach dem Tod von Steve Jobs. Apple befindet sich nun mal auf dem Sättigungsmarkt und kann nur noch einen langsamen Abstieg erwarten.

    Für mich ist diese Klage nichts Anderes als Schutz mit allen Mitteln gegen Konkurrenten.

    Off-Topic: Wer meint, dass nur Asiaten kopieren, dann lesen Sie diesen folgenden Artikeln---->

    http://einestages.spiegel.de/s/tb/25406/made-in-germany-vom-stigma-zum-qualitaetssiegel.html

    Und wenn Sie immer noch begreifen, dann habe ich eine sehr unangenehme Wahrheit, die ich niemals in Deutschland äußern würde.

  • Zwiegespalten.
    Einerseits kann ich Teile des Urteils nachvollziehen, denn Samsungs Smartphones sind äußerlich wirklich nah an Apples Modellen. Eigentständiges Design geht auch bei Smartphones, was andere Hersteller zur Genüge zeigen. Zumal Samsungs Telefone nichtmal sonderlich gut aussehen, da sollte der Hersteller wirklich nochmal an seiner Design Philosophie arbeiten.
    Was die Software betrifft kann ich jedoch nur den Kopf schütteln. Denn die stammt nunmal nicht von Samsung, sondern von Google. Die Menüansicht lässt sich sicherlich einfach kosmetisch ändern, so dass sie Apples Design nicht kopiert, aber die Funktionnen wie zweimaliges Antippen zum Zoomen, Finger spreizen und zusammenführen, über den Screen wischen zum Blättern und Seitenwechsel, etc. sind essenziel für Touchscreens. Kann man sich so etwas wirklich patentieren lassen?

  • @Ted

    Schon mal was von Nettiquette gehört? Aber so jemand wie sie, kann nur beleidigen, statt argumentieren!!!

    "Unfassbar und dumm...."! Und da nennen sie Apple Fans "verbohrt"??? Und reden von US-Protektionismus...

  • +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:

    „Nicht persönlich werden

    Ihre Kommentare sollten sich auf den jeweiligen Artikel oder das diskutierte Thema und niemals auf den dahinter stehenden Autor beziehen. Persönliche Angriffe gegen andere Nutzer oder soziale Gruppen, Beleidigungen und Diskriminierungen zum Beispiel aufgrund von Religion, Nationalität, sexueller Orientierung, Alter oder Geschlecht sind ausdrücklich nicht gestattet. Gleiches gilt für Verleumdungen sowie geschäfts- und rufschädigende Äußerungen sowie für die Veröffentlichung persönlicher und personenbezogener Daten Dritter. Bitte überlegen Sie zudem gut, welche Ihrer eigenen Daten Sie frei zugänglich ins Internet stellen.“
    (http://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/)

  • Versteckter Antiamerikanismus?

    Ein gerechtes Urteil!
    Ich frage mich, ob all diejenigen, die so radikal Samsung verteigen, genauso reagieren würden, wenn es sich bei Apple, um ein deutsches Unternehmen handeln würde.....

    Seien wird doch mal ehrlich... wenn irgendeine Autofirma, einen Porsche, zu fast 95 Prozent abkupferen würde, da wäre die Empörung, ziemlich laut und auch berechtigt!
    Aber da Apple, ja bekanntlich, eine US-Firma ist,
    hält sich die Empörung über Urherberrechtsverletzungen in Grenze...
    Außerdem sollten diejenigen die Apples steigenden Einfluss kritisieren, auch mal einen Blick hierraus werfen:
    http://www.wallstreet-online.de/ratgeber/finanzen-steuern-versicherung/anlagen-und-investitionen/samsung-vom-provinzkaufhaus-zum-weltkonzern

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lee_Kun-hee

  • Leider sehen die verbohrten Apple Fans nicht wie sie gesteuert und manipuliert werden. Gestützt durch den US- Protektionismus hofft nun Apple weiter zu wachsen, statt auf Innovation und Vorreiterschaft zu setzen. Echte Größe wäre es die Konkurrenz mit Produktinnovationen und nicht mit juristisch zweifelhaften Methoden zu bekämpfen. Wollen wir uns weiterhin von einem US-Konzern vorschreiben lassen, welche Internet Kommunikation und Information für uns die richtige ist??

  • Für alle, die Samsung jetzt fürsorglich in Schutz nehmen:
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,834337,00.html
    Da nehmen sich beide Unternehmen nicht viel.

    Und als Beispiel, wie ähnlich die Produkte aussehen:
    http://techpp.com/2012/01/04/samsung-is-out-to-annoy-apple-to-the-core-with-galaxy-ace-plus-galaxy-m-style/


    Für mich sieht es wie eine billige Kopie aus, da hätte man sich viel mehr von Apples Design abgrenzen können. Wie beim Galaxy S3 zum Beispiel, da sind die Unterschiede viel deutlicher.

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