Sanierungsbedarf: BT kämpft mit Problemen bei Service-Sparte

Sanierungsbedarf
BT kämpft mit Problemen bei Service-Sparte

Die gravierenden Probleme in der Dienstleistungssparte Global Services haben die BT Group zu einer weiteren Gewinnwarnung gezwungen. Der Gewinn der Sparte schrumpft Richtung Nulllinie, zudem belasten Sonderaufwendungen für die Sanierung das Konzernergebnis beträchtlich. Die Aktie des britischen Telekommunikationskonzerns fiel am Donnerstag an der Londoner Börse vorübergehend um 15 Prozent.

LONDON. BT Global Services galt lange Zeit als aufsteigender Stern unter den internationalen IT- Dienstleistern. Der heutige Alcatel-Lucent-Chef Ben Verwaayen hatte als BT-Chef mit einer raschen Expansion der Sparte die schrumpfenden Umsätze im nationalen Telefongeschäft ausgeglichen. Doch sein Nachfolger Ian Livingston feuerte wegen eines Verfalls der Gewinnmargen Spartenchef Francois Barrault und ordnete eine gründliche Überprüfung der Sparte an.

Sie brachte nun weiteren Sanierungsbedarf zutage. Offenbar hat BT Global Services einige wenig profitable Großverträge geschlossen, um Marktanteile zu erobern. Um das zu bereinigen, bucht BT für das dritte Quartal (zum 31. Dezember) eine Sonderbelastung von 340 Mio. Pfund (360 Mio. Euro). Das bereinigte Ergebnis der Sparte vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sinkt außerdem um mehr als 90 Prozent auf 17 Mio. Pfund.

Die anderen Sparten hätten zwar mit einem Ebitda-Plus von fünf Prozent die Erwartungen übererfüllt, doch Global Services ziehe das Konzernergebnis herunter, sagte Livingston. Die Gruppe werde einen negativen freien Cash-Flow ausweisen.

Ende Oktober hatte er bereits den Abbau von 10 000 Stellen angekündigt. Außerdem will er die Kosten für den BT-Pensionsfonds drücken. Im Geschäftsjahr zum 31. März 2008 hat BT bei einem Umsatz von 20,7 Mrd. Pfund einen Gewinn vor Steuern und Sonderposten von 2,5 Mrd. Pfund erwirtschaftet.

Analyst Sam Morton von Barclays Capital befürchtet, dass die verschlechterte finanzielle Position die Rating-Agenturen bewegen könnte, die Bonität der Gruppe herabzustufen. Analysten von Merrill Lynch klagten, dass BT nun dreimal innerhalb von sechs Monaten die Gewinnerwartungen nach unten geschraubt habe. Mit einer schnellen Besserung bei Global Services sei nicht zu rechnen.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom
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