Sanyo-Übernahme
Panasonic wird Partner von VW und Toyota

Der Elektronikriese Panasonic hat den Akkuhersteller Sanyo Electric übernommen. Damit hat der japanische Konzern eine monatelange Hängepartie überwunden und wird zum weltgrößten Akkuhersteller - der gleichzeitig den deutschen Autohersteller Volkswagen und dessen japanischen Rivalen Toyota beliefert.
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TOKIO. Der weltgrößte Konsumelektrikhersteller Panasonic hat über sein Gebot für die Aktien des kleineren Konkurrenten Sanyo einen Anteil von mehr als fünfzig Prozent erhalten. Der Preis liegt damit bei etwas mehr als drei Mrd. Euro. Der Zukauf hat für Panasonic vor allem strategische Bedeutung: Das Unternehmen aus Osaka will insbesondere seine Stellung im Markt für umweltfreundliche Energietechnik festigen. Der Zukauf gilt allgemein als glücklicher Schachzug: Sanyo war nach Managementschwierigkeiten preiswert zu haben, ergänzt Panasonic aber sehr gut. Zusammen streben die beiden Unternehmen eine Führungsposition im Solargeschäft an und sind bereits klarer Marktführer bei Akkus mit hoher Energiedichte. In diesem Bereich übertrumpfen sie auf dem japanischen Heimatmarkt den Erzrivalen Sony

Mit Sanyo kommt auch der Batterie-Partner von Volkswagen unter das Dach der Panasonic-Gruppe, die seit Jahrzehnten besonders eng mit Toyota zusammenarbeitet. Panasonic-Chef Fumio Ohtsubo sieht kein Problem darin, dass sein Konzern künftig die Rivalen aus Deutschland und Japan gleichzeitig beliefert. Es sei in der Autobranche nicht unüblich, dass Zulieferer Beziehungen zu mehreren Autoherstellern pflegten. "Wir werden weiterhin mit Toyota zusammen arbeiten und Sanyo seine Akkus an Volkswagen und zahlreiche andere Partner liefern", sagte Ohtsubo dem Handelsblatt. Die Autohersteller bewegten sich derzeit eindeutig in Richtung von Zukunftsfahrzeuge mit geringem Kohlendioxidausstoß. Diese Chance wolle er sich nicht entgehen lassen, was einer der Gründe für die Übernahme war. "Panasonic bleibt bei seinen bisherigen Partnern, und Sanyo bleibt ebenfalls bei seinen bisherigen Partnern", stellte Ohtsubo klar.

Sanso hält außerdem eine Füllen von Patenten in der Solartechnik, was das Unternehmen für Panasonic zusätzlich interessant machte - in diesem Zukunftsgeschäft war der Elektrokonzern bisher kaum vertreten. Sanyo dagegen hegt mit der Finanzstärke von Panasonic im Rücken ehrgeizige Expansionspläne. "Um der lebhaften Marktsituation gerecht zu werden, organisieren wir unsere Beschaffung neu und investieren schwer in die Produktion", sagte Vizepräsident Koichi Maeda dem Handelsblatt. Ziel sei es, weltweite Nummer drei zu werden. Sanyo war zuletzt auf den zwölften Platz abgestürzt. Vor allem deutsche und chinesische Hersteller wie Q-Cells und Suntech hatten sich an den Japanern vorbeigeschoben.

Maeda kündigte konkret den Ausbau der Kapazität für den besonders effizienten Solarzellen-Typ "Hit" von derzeit 340 Megawatt pro Jahr auf 600 Megawatt ab kommendem Jahr an. Bis 2015 sollen es 1500 Megawatt sein. Solarzellen dieses Typs sind etwas teurer als andere Modelle, wandeln dafür aber mehr Licht in Strom um.

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