SAP baut Vorstand um
Zwei Frauen für die Führungsspitze

SAP verteilt die Führungsaufgaben neu – und löst ein Versprechen ein: Mit Adaire Fox-Martin und Jennifer Morgan ziehen zwei Frauen in den Vorstand ein. Sie konnten sich zuvor bereits im Konzern bewähren.
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Der Vorstand von SAP wird weiblicher und internationaler: Im Zuge eines größeren organisatorischen Umbaus beruft der Aufsichtsrat die Irin Adaire Fox-Martin und die US-Amerikanerin Jennifer Morgan in das Führungsgremium. Sie teilen sich ab Mai die Verantwortung für den weltweiten Vertrieb, wie der Softwarehersteller am Donnerstag in Walldorf mitteilte. Während Rob Enslin und Bernd Leukert mehr Verantwortung bekommen, verlässt Steve Singh das Gremium.

Fox-Martin leitet bisher das Geschäft in der Region Asien-Pazifik-Japan, Morgan in Nordamerika. Sie seien „die besten Leiter einer Feldorganisation, die wir haben“, sagte SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott. „Sie sind nur zufällig Frauen.“ Trotzdem habe die Berufung eine Signalwirkung: „In einer Firma mit 85.000 Mitarbeitern werden Leute aufschauen und sagen: Das kann ich auch.“ Mit der Berufung der Vertriebsspezialistinnen löst SAP das Versprechen ein, in diesem Jahr wieder mindestens eine Frau in den Vorstand zu befördern.

Die Besetzung ist Teil einer größeren Neuorganisation. Der bisherige Vertriebschef Robert Enslin verantwortet künftig einen Großteil des Geschäfts mit dem Cloud Computing, das zuvor auf mehrere Ressorts aufgeteilt war. Damit übernimmt er die Aufgaben von Steve Singh, der den Konzern verlässt – der Gründer des Reisekostenspezialisten Concur, der durch die Übernahme zu SAP kam, will nach eigenen Angaben wieder selbst unternehmerisch aktiv werden.

Auch das Ressort von Technikvorstand Bernd Leukert wird neu zugeschnitten: Der Deutsche ist künftig zusätzlich für Plattformstrategien und die digitale Transformation verantwortlich. Entlastung erhält er von Bjoern Goerke, der sich bisher um die SAP Cloud Platform kümmerte und künftig als Chief Technology Officer arbeitet und direkt an ihn berichtet. Zusätzlich ernennt der Konzern den bisherigen Europachef Franck Cohen zum Chief Commercial Officer, der Kunden den Zugang zu SAP erleichtern soll.

Bemerkenswert: Alle neu ernannten Führungskräfte stammen aus den eigenen Reihen.

Wie viele Technologieunternehmen beschäftigt SAP vergleichsweise wenige Frauen. Im Geschäftsjahr 2016 waren 32 Prozent der Mitarbeiter und nur 24,5 Prozent der Führungskräfte weiblich. Im Vorstand waren bisher sogar nur zwei Managerinnen tätig, beide nur kurz: 2010 engagierte der Konzern die vorherige Unilever-Personalchefin Angelika Dammann, die allerdings nach Querelen mit der Belegschaft bereits 2011 zurücktrat. Ihre Nachfolgerin Luisa Delgado gab sogar bereits nach einem Dreivierteljahr auf. Beide kamen von außen.

Die neuen Vorstandsfrauen konnten sich innerhalb des Konzerns bewähren. Fox-Martin begann ihre Laufbahn als Lehrerin in Irland und arbeitete anschließend als Bildungsberaterin, bevor sie in den IT-Bereich wechselte und unter anderem für den SAP-Konkurrenten Oracle arbeitete. 2008 wechselte sie zum deutschen Softwareriesen. Morgan ist seit 2004 bei SAP und war zuvor bei der Unternehmensberatung Accenture sowie dem Softwarehersteller Siebel tätig.

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