14.01.2009

Erstmals seit Jahren profitiert deutsches Unternehmen: SAP erhält Uno-Großauftrag

Der deutsche Softwarekonzern SAP wird die Vereinten Nationen mit einer neuen Managementsoftware ausstatten. Wie das Handelsblatt aus Uno-Kreisen erfuhr, hat der Softwarekonzern jetzt bei einer Ausschreibung den Zuschlag für einen entsprechenden Auftrag erhalten, der ein Volumen von bis zu 300 Millionen Dollar hat.

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SAP-Firmenzentrale in Walldorf. Dem Softwarekonzern ist es gelungen den Zuschlag für einen millionenschwerer Uno-Auftrag zu erhalten. Deutsche Unternehmen gehen bei Uno-Aufträgen ansonsten häufig leer aus. Foto: dpaLupe

SAP-Firmenzentrale in Walldorf. Dem Softwarekonzern ist es gelungen den Zuschlag für einen millionenschwerer Uno-Auftrag zu erhalten. Deutsche Unternehmen gehen bei Uno-Aufträgen ansonsten häufig leer aus. Foto: dpa

BERLIN. Mit dem Auftrag gelingt es einem deutschen Unternehmen erstmals seit langem wieder, einen Großauftrag der Vereinten Nationen an Land zu ziehen. Denn obwohl die Uno und ihre Unterorganisationen jährlich Aufträge in Höhe von immerhin rund zehn Mrd. Dollar vergeben, profitieren Firmen hierzulande kaum davon: 2007 erhielten sie den Zuschlag für Lieferungen im Wert von bescheidenen 151 Mio. Dollar, im Jahr davor betrug der Wert 140,8 Mio. Dollar.

Der deutsche Anteil stagniert damit bei 1,5 Prozent – weit unter der Finanzierungsquote der Uno durch die Bundesrepublik, die immerhin 8,6 Prozent beträgt. Vor sieben Jahren hatte der deutsche Anteil an den Uno-Einkäufen immerhin noch 3,1 Prozent betragen, allerdings bei einer sehr viel geringeren Auftragsorder der Vereinten Nationen. Bereits seit dem Jahr 2002 gehört der Exportwelmeister nicht mehr zu den zehn größten Lieferländern der Vereinten Nationen und landete 2007 auf Platz 16.

Verantwortlich dafür ist nach Ansicht von Experten eine Vielzahl von Gründen. Zum einen haben Länder, in denen große Uno-Organisationen wie das Hauptquartier oder die Entwicklungshilfeorganisation UNDP sitzen, einen erkennbaren Vorteil. Deshalb führen die USA die Liste der Lieferanten seit Jahren an. Deshalb erhielten 2007 aber auch dänische Firmen immerhin Aufträge in Höhe von 658 Mio. Dollar. Der Hintergrund: 2006 erhielt Kopenhagen den Zuschlag für den Sitz der Uno-Organisation Unops, der Beschaffungsbehörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesregierung hatte sich damals vergeblich für den Uno-Standort Bonn stark gemacht.

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