SAP
Kundenwachstum – aber nicht zu jedem Preis

Der Software-Hersteller SAP will nicht bedingungslos an seinem Ziel festhalten, die Kundenzahl bis Ende 2010 auf 100 000 zu steigern. "Wir werden das Ziel überprüfen", sagte der designierte SAP-Vorstand, Ernie Gunst, am Dienstag.

HB BERLIN. "Das Ziel ist nicht in Stein gemeißelt", erklärte Gunst weiter. Außer dem Kundenwachstum gebe es auch andere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, deren Erreichen wichtig sei, sagte der Vorstand mit Blick auf die angestrebte Verbesserung der Rentabilität. "Noch haben wir das Ziel aber nicht zurückgenommen." Derzeit zählt SAP einschließlich des übernommenen Software-Anbieters Business Objects rund 70 000 Unternehmen als zahlende Nutzer.

Der Belgier Gunst ist bislang für den Vertrieb in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) zuständig. Im Juli rückt er in den Vorstand von SAP auf und wird dort die neu geschaffene Position des Chief Operating Officers (COO) einnehmen. "Wir streben nachhaltiges profitables Wachstum an", gab Gunst seine Marschroute vor. Der im kommenden Frühjahr aus dem Vorstand ausscheidende SAP-Co-Chef Henning Kagermann hatte am Montag bekräftigt, dass die Zahl der SAP-Kunden bis Ende des Jahrzehnts auf rund 100 000 wachsen werde. "Das Ziel werden wir erreichen", hatte der Manager Reuters gesagt. Mit seiner neuen Mittelstands-Software BusinessbyDesign kommt SAP jedoch nicht so schnell voran wie erhofft. Das ursprünglich für Ende des Jahres 2010 angepeilte Ziel von 10 000 Nutzern für die mit hohem Aufwand entwickelte Mietsoftware hatte der Walldorfer Konzern Ende April kassiert. Diese Nutzerzahl wird SAP nun voraussichtlich frühestens im Jahr 2011 erreichen. Mit dem Software-Paket BusinessbyDesign will SAP den bisher vernachlässigten Markt für Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern erobern.

Kagermann führt den Weltmarktführer für Unternehmens-Software seit kurzem gemeinsam mit Vertriebschef Leo Apotheker, der im kommenden Frühjahr das Ruder übernimmt. Seinem Nachfolger hat der Manager ins Stammbuch geschrieben, dass SAP grundsätzlich eine operative Marge von 35 Prozent erreichen könne. In diesem Jahr soll die operative Rendite bei SAP auf 28,5 bis 29 Prozent steigen, nachdem im vergangenen Jahr 27,3 Prozent erreicht wurden. Bis Jahresende will der mit dem US-Datenbank-Anbieter Oracle

konkurrierende Konzern zudem noch noch weitere umsatzträchtige Rahmenverträge abschließen. Geplant seien insgesamt drei bis vier Global Enterprise Agreements, sagte der designierte Vorstand Gunst. Am Montag hatte SAP mit dem Autobauer Daimler einen fünfjährigen Servicevertrag geschlossen, der dem größten europäischen Software-Anbieter über die Laufzeit einen dreistelligen Millionenumsatz einbringt.

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