SAP rechnet nicht vor 2005 damit
Integration von SAP SI nicht mehr in diesem Jahr

Europas größter Softwarekonzern SAP will seine Beratungs- und Dienstleistungstochter SAP SI zwar zu 100 Prozent übernehmen, sieht dafür in diesem Jahr aber kaum noch Chancen.

HB DRESDEN. Eine Integration werde frühestens 2005 erfolgen, sagte SAP-Finanzvorstand und SAP-SI-Aufsichtsratschef Werner Brandt am Dienstag auf der SAP-SI-Hauptversammlung in Dresden. Eine Projektgruppe prüfe derzeit, in welcher rechtlichen Form dies geschehen werde. Brandt bekräftigte zugleich, dass es kein neues oder gar höheres Übernahmeangebot an die restlichen freien Aktionäre geben werde. SAP kaufe aber laufend weitere Aktien der Tochter über die Börse zu. Möglicherweise wird die SAP-SI-Aktie künftig nur noch im General Standard gehandelt.

Brandt sagte, die erreichte Beteiligungsquote von knapp über 90 % gebe dem Konzern die nötige Flexibilität, um die weitere Zusammenführung der Beratungskapazitäten von SAP und SAP SI voranzutreiben. SAP werde zudem über die Börse weiter Aktien zukaufen. Seit dem Ende des Übernahmeangebots vor Pfingsten sei der Anteil auf 90,14 von 90,01 % aufgestockt worden. SAP sei allerdings nicht bereit, für eine Aktie mehr als 20,40 € zu zahlen, fügte er hinzu. Der Konzern hatte die Schwelle von 95 % verfehlt, die nötig ist, die freien Aktionäre mit eine Zwangsabfindung (Squeeze Out) aus dem Unternehmen zu drängen und die Firma von der Börse zu nehmen.

SAP-SI-Finanzchef Joachim Müller sagte, er rechne auch wegen des sinkenden Handelsvolumens damit, dass SAP SI im September aus dem TecDax herausgenommen werde. Möglicherweise werde die Aktie dann nur noch im General Standard gehandelt. Dann müsste das Unternehmen nur noch alle sechs Monate statt jedes Quartal Zwischenberichte veröffentlichen. Darüber sei aber noch nicht endgültig entschieden.

Aktionärsvertreter übten auf der Hauptversammlung scharfe Kritik an der Transaktion. Vor wenigen Jahren habe der Konzern die Dresdner Firma mit viel Getöse an die Börse gebracht, sagte Markus Jaeckel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Nun sei er dabei, das inzwischen „wohl genährte Börsenkind wieder zu verspeisen“ und die Kleinaktionäre zu verdrängen.

SAP begründet die Integration in die Muttergesellschaft mit Synergieeffekten. Angesichts eines veränderten Umfelds in der Branche bewegten sich SAP und SAP SI immer mehr in den gleichen Geschäftsfeldern, hieß es.

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