SAP vs. Oracle
Die Anwälte gehen aufeinander los

Im Streit zwischen den Rivalen SAP und Oracle wird es ernst. Oracle lädt den neuen Hewlett-Packard-Chef-Chef Leo Apotheker als Zeugen. Die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung schwinden.
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HB OAKLAND. In dem Rechtstreit zwischen Europas größten Softwarekonzern SAP und dem US-Rivalen Oracle muss nun auch der neue Hewlett-Packard-Chef Leo Apotheker aussagen. Apotheker werde in dem laufenden Prozess gegen die Walldorfer als Zeuge geladen, sagte ein Anwalt des Klägers Oracle am Dienstag in Oakland vor Gericht. In dem Prozess geht es um Schadenersatz für Industriespionage und Diebstahl von geistigem Eigentum durch die inzwischen stillgelegte SAP-Tochter TomorrowNow. Apotheker war bis zum 7. Februar 2010 Vorstandssprecher von SAP.

SAP hat die Vorwürfe grundsätzlich eingeräumt, hält die von Oracle geforderte Milliardensumme aber für völlig überhöht. Es gehe eher um einen zweistelligen Millionenbetrag, hieß es. Apotheker habe mit der TomorrowNow-Affäre jedenfalls nichts zu tun, hatte SAP erklärt. Anfangs habe er nichts davon gewusst - und die Tochter umgehend geschlossen, als er vom Datendiebstahl erfahren hatte. Oracle-Chef Larry Ellison wirft Apotheker aber Mitwisserschaft vor. Apotheker hatte bei SAP nach nur gut einem halben Jahr gehen müssen, seit Monatsbeginn ist er Chef des nach Umsatz weltgrößten IT-Konzerns Hewlett-Packard (HP). Unklar blieb, ob Apotheker persönlich im Gerichtsaal erscheinen oder per Video befragt wird. Oracle-Anwalt Geoffrey Howard sagte, er werde beweisen, dass SAP bei Oracle einen Schaden in Milliardenhöhe angerichtet habe. SAP-Anwalt Robert Mittelstaedt hielt dagegen, die Forderungen Oracles seien weit überzogen. "Sie wollen einen Geldregen. Sie wollen eine Goldgrube", sagte Mittelstaedt. Er räumte ein, SAP habe TomorrowNow vor dem Kauf nicht genügend geprüft. Die Übernahme sei ein Fehler gewesen.

Bill McDermott, einer von Apothekers Nachfolgern bei SAP, sagte kurz vor Beginn der Verhandlung, die Gelegenheit für eine außergerichtliche Einigung sei vorbei: „Es ist viel gesagt worden. Jetzt muss die Jury entscheiden,“ betonte der Co-Vorstandschef. Der Prozess zieht große Aufmerksamkeit auf sich. Hochrangige Manager der betroffenen Firmen verfolgten die Prozesseröffnung am Dienstag. Am Montag war das Verfahren mit der Ernennung der achtköpfigen Gerichtsjury aufgenommen worden.

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