Saphierglashersteller
Apple-Zulieferer GT ist pleite

Überraschung in Cupertino: Der Zulieferer, der für Apples iPhones und iPads das Glas für den Touchscreen herstellen sollte, ist pleite. Das neue iPhone6 wird aber auch schon mit einer anderen Art Glas gebaut.
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San FranciscoApple hat sich am Mittwoch überrascht über den Konkurs seines US-Zulieferers GT Advanced Technologies gezeigt. Man konzentriere sich zunächst darauf, die Arbeitsplätze im Bundesstaat Arizona zu sichern, hieß es in der ersten Reaktion des Technologiekonzerns. Über die weiteren Schritte berate man mit den Behörden. GT sollte eigentlich besonders kratzfestes Saphirglas für Apple-Produkte in einem Werk in Arizona herstellen, das der iPhone- und iPad-Hersteller mitfinanziert. Die Bekanntgabe der Pleite am Montag kam überraschend. Experten spekulieren, dass Apples harte Lieferpolitik eine Rolle gespielt haben könnte.

GT sollte am Donnerstag vor Gericht die Einzelheiten und Gründe erläutern. Eigentlich gilt die Lieferkette von Apple als eine der am besten organisierten der Welt. Mehrere Analysten gingen davon aus, dass eine Entscheidung von Apple das kleinere Unternehmen aus New Hampshire in den Konkurs gedrängt haben dürfte. "Wir können natürlich davon ausgehen, dass etwas in der einst so vielversprechenden Beziehung der Firma mit Apple schrecklich schiefgegangen ist", sagte Kevin Starke von CRT Capital. Er verwies darauf, dass Apple beim neuen iPhone 6 kein Saphirglas verwendet habe. Apple setzt für den Schutz der Anzeige sogenanntes Gorilla Glas von Corning ein.

Zulieferverträge mit Apple als einzigen Auftraggeber gelten in der Branche als sehr lukrativ, aber auch gefährlich. Das hohe Absatzvolumen könne dafür sorgen, dass die Fabriken zu 99 Prozent ausgelastet seien, sagte ein Insider aus dem Umfeld des Apple-Zulieferers Sharp. "Aber wenn es keine Aufträge gibt, steht die Fabrik still."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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