Satellitenkonzern
Eutelsat arbeitet an Übernahme

Der weltweit drittgrößte Satellitenkonzern Eutelsat arbeitet an der Übernahme des spanischen Satellitenkonzerns Hispasat. „Gibt es eine Möglichkeit bei Hispasat die Mehrheit zu übernehmen, werden wir diese nutzen“, sagte Vorstandschef Giuliano Berretta dem Handelsblatt.

PARIS. Eutelsat ist bereits mit knapp 28 Prozent der größte Aktionär bei dem spanischen Satellitenbetreiber, der vor allem in Lateinamerika eine starke Stellung hat. Doch noch gibt es sicherheitspolitische Vorbehalte gegen eine Mehrheitsübernahme. „Wir sind in Gesprächen mit spanischen Behörden, damit wir die Mehrheit bei Hispasat übernehmen dürfen“, sagt Berretta. Die Madrider Regierung unter dem Sozialisten José Luis Rodríguez Zapatero steht einem Eigentümerwechsel bei Hispasat skeptisch gegenüber, denn das Unternehmen kontrolliert eine Tochter, die auf die militärische Nutzung von Satelliten spezialisiert ist. Deshalb legen die Madrider Behörden den spanischen Anteilseignern nahe, ihre Anteile nicht an die Franzosen zu verkaufen. In Branchenkreisen gelten die spanische Bank BBVA und der Madrider Mobilfunkbetreiber Auna als verkaufswillig. Sie halten zusammen 29 Prozent.

Eutelsat betreibt derzeit 23 Satelliten und ist nach Intelsat und SES Global die Nummer drei der Branche. Der Konzern gehört mehrheitlich der französischen Beteiligungsgesellschaft Eurazeo und den Finanzinvestoren Nebozzo und Cinven. Ende des vergangenen Jahres legte Eutelsat einen holprigen Börsenstart hin. Die Aktie notiert aktuell mit 13,12 Euro unter dem bisherigen Jahreshöchstkurs von 13,50 Euro.

Im Gegensatz zum Erzrivalen SES Global haben Zukäufe für Eutelsat nicht oberste Priorität. „Wir haben keinen Ehrgeiz weltweit die Nummer eins zu werden, für uns steht die Gewinnsteigerung im Vordergrund“, sagt Berretta. 2005 erreichte die Ebita-Marge von Eutelsat nach Analystenberechnungen rund 76 Prozent bei 750 Mill. Euro Umsatz.

Überraschend schraubte Berretta am Freitag die Umsatzprognose nach oben. Statt 2,5 Prozent sollen die Erlöse im laufenden Geschäftsjahr um 3,5 Prozent steigen. Berretta setzt auf die Wachstumsmärkte außerhalb Westeuropas. „In Osteuropa, Nordafrika und dem Nahen Osten haben wir eine hohe Nachfrage nach Breitbandangeboten“, sagte er. Der Satellit ist dort meist der einzige Weg für Fernsehen und schnelles Internet. Neben dem höheren Bedarf für schnelles Internet setzt Eutelsat mittelfristig große Hoffnung in das hochauflösende Fernsehen (HDTV). Für HDTV brauchen die Sender mehr Kapazität auf den Satelliten. Doch die Entwicklung steht noch am Anfang. „Der Massenmarkt wird erst 2010 oder 2011 erreicht werden“, prognostiziert Berretta. Und auch SES-Chef Romain Bausch sagt: „HDTV ist der Motor des Wachstums für uns.“

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