Satellitenkonzern
SES Astra verteidigt HDTV-Gebühr

Der Satellitenkonzern SES Astra verteidigt seine umstrittenen Pläne zur Einführung einer HDTV-Gebühr über die konzerneigene Plattform HD+. „HD+ ist frei empfangbares Fernsehen“, sagt Vorstandschef Ferdinand Kayser, der am Montag eine Grundsatzrede auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) halten wird. Geplant sei lediglich eine Servicegebühr.

DÜSSELDORF. „Wir planen lediglich eine Servicegebühr, die sich auf den Empfang des Angebots und nicht auf den Inhalt, Teile oder Pakete bezieht“, fügt der frühere Chef des Bezahlsenders Premiere (heute Sky) hinzu.

Vom hochauflösenden Fernsehen erwartet sich der Konzern ein lukratives Zusatzgeschäft. Denn HDTV braucht wegen der hohen Datenmengen zusätzliche Satellitenkapazitäten. Anders als in den USA steckt das hochauflösende Fernsehen in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Nach eigenen Angaben strahlt SES Astra derzeit nur 80 HD-Kanäle europaweit aus.

Dem Mutterkonzern SES geht es glänzend. Im ersten Halbjahr steigerte SES die Erlöse um acht Prozent auf 843 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte auf 607 Mio. Euro zu. Der operative Gewinn sprang auf knapp 360 Mio. Euro.

HD+ ist mittlerweile der dritte Anlauf des Luxemburger Satellitenkonzerns, eine Gebühr vom Endkunden zu erhalten. Künftig werden die Privatsender Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, RTL und Vox nur gegen Zahlung von rund fünf Euro monatlich in hochauflösender Qualität zu empfangen sein. Dieser HDTV-Obulus wird zusätzlich zu den GEZ-Gebühren fällig. Die entsprechenden Verträge mit Pro Sieben Sat 1 und RTL sind nach Angaben von Kayser bereits unterschrieben. Die neue HDTV-Gebühr solle am 1. November starten. Notwendig ist der Kauf eines HD+-fähigen Receivers, auch Settop-Box genannt, samt Smartcard. Allerdings ist in dem Paket die Nutzungsgebühr für das erste Jahr mit drin, der Kunde muss ab dem zweiten Jahr zusätzlich zahlen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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