Satoru Iwata
Nintendo-Chef mit 55 Jahren an Krebs gestorben

Satoru Iwata leitete die Neuausrichtung des Videospielriesen ein, die Wii war sein größter Erfolg. Jetzt starb der Nintendo-Chef mit nur 55 Jahren. Sein Tod reißt eine Lücke. Wie geht es bei Nintendo weiter?
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TokioDer japanische Spiele-Spezialist Nintendo hat in schwieriger Umbruch-Zeit seinen Chef Satoru Iwata verloren. Iwata starb im Alter von 55 Jahren an Krebs. Er war bereits vor rund einem Jahr an dem Tumor im Gallengang operiert worden. Als Nachfolgelösung sollen zunächst die Top-Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda Nintendo weiterführen.

Iwata wurde 2002 der erste Nintendo-Präsident, der nicht zur Nintendo-Gründerfamilie Yamauchi gehörte. Sein größter Wurf war die 2006 gestartete Spielekonsole Wii. Sie lockte mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung viele Gelegenheitsspieler an und verkaufte sich deutlich besser als die technisch überlegenen Konsolen Playstation von Sony und Xbox 360 von Microsoft. Der Absatz des Nachfolgemodells Wii U blieb bisher jedoch weit hinter den Erwartungen zurück - das brachte Nintendo Verluste ein.

Vor die größte Herausforderung stellte Nintendo jedoch die vom iPhone begonnene Ära moderner Touchscreen-Smartphones. Der Konzern hatte mit dem Gameboy noch in den 80er-Jahren die erste erfolgreiche mobile Spielekonsole herausgebracht, und Iwata konnte an die Erfolge zunächst mit dem klappbaren Modell DS mit zwei Bildschirmen anknüpfen.

Doch die Menschen verbringen inzwischen immer mehr Zeit mit kostenlosen oder sehr günstigen Games auf ihren Smartphones. Die Verkäufe des aktuellen Nintendo 3DS mit einem 3D-Display sind unter Druck.

Iwata, der lange darauf beharrte, dass Nintendo-Figuren wie „Super Mario“ nur auf hauseigenen Geräten auftauchen sollen, gab im Frühjahr schließlich den Widerstand auf und kündigte an, dass zusammen mit dem japanischen Konzern DeNA Spiele für Smartphones entwickelt werden sollen.

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