Satte Sonderausschüttung: RTL beglückt Bertelsmann mit Milliardendividende

Satte Sonderausschüttung
RTL beglückt Bertelsmann mit Milliardendividende

1,6 Milliarden schüttet der Fernsehkonzern RTL an seine Investoren aus, mehr als 90 Prozent davon gehen an Bertelsmann. Dies soll potenzielle Käufer anlocken, denn der Haupteigner will ein großes Aktienpaket abstoßen.
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MünchenBertelsmann brummt seiner Fernsehtochter RTL vor dem geplanten Anteilsverkauf eine halbe Milliarde Euro Schulden auf. Mit diesem Gesellschafterdarlehen kann die Fernsehgruppe trotz sinkender Gewinne ihre Ausschüttung an den Medienkonzern annähernd verdoppeln, wie RTL am Montag in Luxemburg mitteilte. Zugleich zieht Bertelsmann Bargeld aus dem Unternehmen ab. Auch nach der Verringerung des im Vergleich zu Schulden teureren Eigenkapitals habe RTL genug Spielraum für Investitionen, sagte Firmenchef Guillaume de Posch.

Bertelsmann hält über 92 Prozent der RTL-Anteile und will bis zu 17 Prozent verkaufen, um Geld für Investitionen in neue Geschäftsfelder hereinzubekommen. Bereits am 7. März sollen 1,6 Milliarden Euro an Eigenmitteln aus dem Fernsehkonzern abgezogen werden, wie RTL mitteilte. Dafür wird die normale Dividende, die wie im Vorjahr bei 5,10 Euro je Aktie liegt, um eine Sonderausschüttung von 5,40 Euro aufgestockt. Im Gegenzug erhält RTL von Bertelsmann einen Kredit von 500 Millionen Euro, der über zehn Jahre läuft und mit 2,71 Prozent verzinst wird. Darüber hinaus gewährt der Medienkonzern seiner Tochter eine Kreditlinie von einer Milliarde Euro.

Künftig gönnt RTL seinen Aktionäre allerdings weniger Geld als bisher: Um genug Geld für Investitionen zu haben, sollen nur noch 50 bis 75 Prozent des Nettogewinns ausgeschüttet werden. In den vergangenen Jahren überwies der Konzern nach Unternehmensangaben mehr als seinen Gewinn an die Anteilseigner.

Im abgelaufenen Jahr steigerte RTL dank guter Geschäfte seiner deutschen Sender und seiner Produktionstochter den Umsatz um vier Prozent auf sechs Milliarden Euro. Doch machte dem Konzern das schleppende Geschäft mit Fernsehwerbung zu schaffen, vor allem in Frankreich und den Niederlanden. Das Betriebsergebnis (berichtetes Ebita) sank um fünf Prozent auf eine Milliarde Euro. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter ging sogar um 14 Prozent auf knapp 600 Millionen Euro zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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