SBC verkauft Beteiligung an dänischer TDC
Nordeuropäischer Telekom-Markt erneut in Bewegung

Der nordeuropäische Telekom-Markt ist in Bewegung: Der Hauptaktionär des größten dänischen Telekom-Konzerns TDC (früher Tele Danmark), der US-Konzern SBC Communications, hat 23,7 Prozent des Aktienkapitals an dem dänischen Unternehmen an institutionelle Anleger abgestoßen.

hst STOCKHOLM. TDC selbst kaufte darüber hinaus 18,1 Mill. eigene Aktien von SBC. Dieser Posten entspricht noch einmal 8,4 Prozent des Aktienkapitals. SBC will eine Minderheit von 9,5 Prozent an TDC behalten.

Der Ausstieg von SBC war erwartet worden. Allerdings hatten Experten damit gerechnet, dass ein nordeuropäischer Konkurrent ein Übernahmeangebot für den SBC-Anteil unterbreiten würde. Doch sowohl der finnisch-schwedische Konkurrent Telia Sonera als auch die norwegische Telenor erklärten gestern, sie hätten kein Interesse an dem TDC-Posten. Beide TDC- Konkurrenten sind auch in Dänemark aktiv, haben aber als erklärtes Ziel, vor allem im Mobilfunkbereich zu wachsen. TDC ist jedoch ein Vollanbieter mit Festnetz- und Mobilfunk.

Die TDC-Aktien seien bei institutionellen Anlegern auf großes Interesse gestoßen, sagte TDC-Chef Thorleif Krarup gestern in Kopenhagen. Er sprach von 150 bis 200 unterschiedlichen Investoren, die je Aktie 188,50 Kronen (25,3 Euro) bezahlt hätten. Der Wert des von SBC verkauften TDC-Posten liegt damit bei etwa 13,5 Mrd. Kronen. Unter den Investoren soll sich laut Krarup kein anderer Telekom-Konzern befunden haben.

Auch wenn sich die europäische Konkurrenz offenbar zurückgehalten hat, kann der SBC-Ausstieg bei TDC der Startschuss für eine neue Konsolidierungswelle auf dem nordeuropäischen Telekom-Markt sein. Telia Sonera hatte früher Interesse an einem Einstieg bei TDC bekundet, war aber am Widerstand der Dänen gescheitert. Mit einer breit gestreuten Eignerschaft könnte ein neuer Vorstoß mittelfristig jedoch von Erfolg gekrönt sein.

Telia Sonera, größter Telekom- Konzern in Nordeuropa, musste gestern einen weiteren Dämpfer einstecken: Der Konzern hatte im April 500 Mill. Euro für den estnischen Konkurrenten Eesti Telekom geboten. Telia Sonera hält an dem Unternehmen bereits 49 Prozent. Der estnische Staat, mit 27 Prozent zweitgrößter Eesti Telekom-Aktionär, wies jedoch das Angebot gestern als zu niedrig zurück. Telia Sonera will sein Angebot nicht nachbessern, so dass die geplante Übernahme vorerst gescheitert ist

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