SBS geht in SIS auf
Siemens bündelt IT-Töchter

Siemens fasst seine IT- und Software-Geschäfte unter einem Dach zusammen. Größter Brocken innerhalb des Bereichs ist der angeschlagene IT-Dienstleister SBS. Vom Verkaufen des Problemkinds ist nun keine Rede mehr.

HB MÜNCHEN. Der IT-Dienstleister SBS werde im Januar mit vier konzerneigenen IT- und Softwarehäusern in dem Bereich Siemens IT Solutions and Services (SIS) gebündelt, teilte Siemens am Donnerstag in München mit. Vorstandschef Klaus Kleinfeld sagte: „IT-Know-how ist einer der Schlüssel für den Erfolg des Siemens-Konzerns.“ Mit der Bündelung könnten den Kunden mehr Lösungen aus einer Hand angeboten werden und die internen Abläufe würden effizienter.

Unter dem Dach von SIS sollen künftig 43 000 Mitarbeiter arbeiten und 5 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaften. SIS werde aus München und Wien gesteuert. Zum Chef wurde SBS-Bereichsvorstand Christoph Kollatz berufen.

Mit der Entscheidung bestätigt der Münchener Konzern, an seinem krisengeschüttelten IT-Geschäft festhalten zu wollen. Spekulationen über einen Verkauf von SBS, die in den ersten drei Quartalen des vergangenen Geschäftsjahres mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust angehäuft hat, dürften damit bis auf weiteres vom Tisch sein.

SBS ist nach dem Verkauf der Handysparte derzeit der einzige Verlustbringer im Siemens-Konzern. Der IT-Dienstleister mit 33 000 Mitarbeitern schrieb im dritten Quartal 99 Mill. Euro Minus. Bis Frühjahr 2007 muss SBS seine Kosten um 1,5 Mrd. Euro senken und dazu weltweit rund 6 000 Stellen abbauen. In Deutschland stehen 2 750 Jobs auf der Streichliste, von denen mehr als die Hälfte schon weggefallen ist. „Das laufende Turnaround-Programm wird konsequent weitergeführt“, betonte Siemens. Es sei eine wichtige Voraussetzung für die Reorganisation. Derzeit verhandelt Siemens mit der IG Metall über einen Ergänzungstarifvertrag.

Neben SBS sollen die IT- und Softwarehäuser PSE mit etwa 7 000 Mitarbeitern in Wien, SISL mit rund 4 000 Mitarbeitern in Indien sowie die beiden kleinen Softwarehäuser DIP in Griechenland und BIC in der Schweiz in dem neuen Bereich SIS aufgehen. Kleinfeld sagte, mit der strategischen Neuausrichtung „werden sowohl unsere externen Kunden als auch der Siemens-Konzern noch besser bedient“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%