Schadenersatz gefordert
Tausende Facebook-Nutzer planen Sammelklage

Ein junger Österreicher kämpft gegen Facebook: Maximilian Schrems verklagt das Online-Netzwerk wegen des Verstoßes gegen den Datenschutz und fordert Schadenersatz. Tausende Facebook-Nutzer wollen ihn unterstützen.
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WienNein, mit so viel Resonanz hatte er wirklich nicht gerechnet. Fürs Erste wollte Maximilian Schrems eigentlich nur 10.000 Mitstreiter finden. Doch seine Erwartungen wurden schon jetzt – wenige Tage, nachdem er öffentlich zum Mitmachen aufgerufen hat – weit übertroffen: Inzwischen sind es über 16.000, die gemeinsam mit dem jungen Juristen aus Österreich gegen den angeblich mangelnden Datenschutz auf Facebook vorgehen wollen.

Und es werden immer mehr. Hauptsächlich aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, aber auch aus Südamerika, Indien und Japan haben sie sich gemeldet, um Teil der umfangreichen Zivilklage zu werden, die Max Schrems beim Handelsgericht in Wien gegen „Facebook Ireland Ltd“, Facebooks irischer Tochter, eingereicht hat.

500 Euro Schadenersatz will Schrems, Gründer des Vereins „Europe versus Facebook“, für jeden Teilnehmer vor dem Handelsgericht Wien fordern. Aber um das Geld geht es gar nicht. Sondern ums Prinzip.

„Wir in Europa haben Grundrechte auf Privatsphäre und Datenschutz. Aber die werden einfach nicht respektiert“, kritisiert Schrems. Facebooks Bestimmungen zur Verwendung von Nutzerdaten beispielsweise seien nach EU-Recht ungültig. Zudem würden viele Daten „hinter dem Rücken“ der Nutzer gesammelt und im Rahmen des Überwachungsprogramms „PRISM“ sogar an den US-Geheimdienst NSA weitergegeben. „Natürlich ist Facebook da nur ein Beispiel von vielen. Aber irgendwo muss man anfangen.“

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  • Das größte Problem des Herren aus Österreich: Mit der Anmeldung bei Facebook hat er dem ganzen Kleingedruckten zugestimmt. Jetzt dagegen zu klagen scheint mir recht aussichtslos... Abmelden wäre die Lösung.

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