Schadenersatz
Telekom fordert Milliarden von Vivendi

Der erbitterte Streit der Deutschen Telekom mit Vivendi um den polnischen Mobilfunkanbieter PTC geht in eine neue Runde. Die Bonner verlangen vom französischen Mischkonzern 3,5 Mrd. Euro Schadensersatz. Auch eine Klage vor Gericht ist nicht mehr ausgeschlossen.

HB DÜSSELDORF/PARIS. PTC sei wegen der jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Eigentumsrechte in seiner Wertentwicklung behindert worden, sagte ein Telekom-Sprecher am Mittwoch. Ein Vivendi-Sprecher wies die Forderung als haltlos zurück.

In dem Streit geht es um einen 48-prozentigen Anteil an PTC. Ein Wiener Schiedsgericht hatte entschieden, dass die Telekom eine Kaufoption auf diesen Anteil ziehen durfte, womit der Bonner Konzern nun 97 Prozent an Polska Telefonia Cyfrowa (PTC) hält und diesen auch in die Bilanz einbezieht.

Vivendi erkennt den Schiedsspruch aber nicht an, der den polnischen Versorger Elektrim als vorherigen Eigentümer des umstrittenen Anteils feststellte. Die Franzosen stehen auf dem Standpunkt, dass die PTC-Beteiligung einem Gemeinschaftsunternehmen mit Elektrim zuzurechnen ist, das aber mehrheitlich von Vivendi kontrolliert wird.

Vivendi hat die Entschädigungsforderung der Telekom in ihrem Halbjahresbericht veröffentlicht. Sie richtet sich unmittelbar an das Gemeinschaftsunternehmen Telco. Telco müsse sich jetzt äußern, sagte der Telekom-Sprecher. Der Bonner Konzern behalte sich eine Klage vor Gericht vor.

Vivendi weist die Vorwürfe zurück. Zwischen 1999 und 2005 sei PTC von Vivendi und Telekom geführt worden, argumentierte der Vivendi-Sprecher. In dieser Zeit sei der Mobilfunkanbieter stark und planmäßig gewachsen. Seit Vivendi die operative Verantwortung 2005 verloren habe, habe sich die wettbewerbliche und finanzielle Situation von PTC verschlechtert. PTC sei nun nur noch Nummer drei und nicht mehr Nummer eins unter den polnischen Anbietern.

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