Scharfe Kritik
Infineon-Aktionäre verlieren die Geduld

Sie sind wütend und enttäuscht: Die Aktionäre von Infineon haben das Management des Chipherstellers wegen der anhaltend hohen Verluste und des niedrigen Aktienkurses scharf kritisiert. Die Anteilseigner wollen endlich wieder schwarze Zahlen sehen und fordern eine schnelle Trennung vom Verlustbringer Qimonda.

MÜNCHEN. "Auch der geduldigste Aktionär verliert irgendwann die Hoffnung auf nachhaltige Besserung", schimpfte Verena Brendel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Hauptversammlung in München.

Die Anleger haben allen Grund, sich zu beschweren. Infineon schreibt seit Jahren regelmäßig hohe Verluste und hat auch vergangene Woche katastrophale Quartalszahlen sowie eine enttäuschende Prognose vorgelegt. "Kein Wunder, dass der Aktienkurs nur eine Richtung kennt: nach Süden," betonte Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Seit vergangenem Sommer ist der Wert der im Dax notierten Papiere um mehr als die Hälfte gesunken. Am Donnerstag gab der Kurs wieder um knapp zwei Prozent auf etwa 5,70 Euro nach.

Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung institutioneller Privatanleger kritisierte den Verlust von 368 Mill. Euro im Geschäftsjahr 2007: "Jeden Tag eine Million. Warum stehen Sie da morgens überhaupt noch auf?", fragte er Infineon-Chef Wolfgang Ziebart. Buhlmann legte nach: "Heute ist Valentinstag, das ist der einzige Tag, an dem man eine Hauptversammlung von Infineon ertragen kann."

Der ehemalige Conti-Vorstand Ziebart bekam auch Druck vom eigenen Aufsichtsratschef. Es müssten mehr Anstrengungen unternommen werden, Europas zweitgrößten Halbleiterhersteller endlich profitabel zu machen, mahnte Max Dietrich Kley: "Wenn uns schon der Markt nicht hilft, dann muss auf der Kostenseite mehr geschehen."

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