Scharfer Kurseinbruch der Aktie
Schwacher Ausblick von Nokia

Der finnische Handy-Hersteller Nokia Oyj hat für das zweite Quartal 2003 einen über den Analysten-Prognosen liegenden Vorsteuergewinn erzielt, erwartet jedoch im dritten Quartal einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr. Der negative Ausblick führte an den Börsen zu einem scharfen Kurseinbruch.

Reuters HELSINKI. Nokia teilte am Donnerstag in Helsinki mit, der auf Pro-Forma-Basis kalkulierte Vorsteuergewinn habe im zweiten Quartal 986 Mill. € betragen. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt ein Pro-Forma Vorsteuer-Ergebnis von 934 Mill. € erwartet. Bei den Netto-Umsätzen blieb Nokia mit 7,019 Mrd. € unter den Erwartungen der Analysten von 7,072 Mrd. €. Für das dritte Quartal erwartet das unter anderem unter einer schwachen Handy-Nachfrage leidende Unternehmen einen Rückgang des Pro-Forma-Gewinns pro Aktie auf 0,15 bis 0,17 € nach 0,18 € im Vorjahresquartal. Im Berichtsquartal fiel der Wert auf 0,14 € von 0,19 €.

An der Börse wurde das Quartalsergebnis mit einem deutlichen Kursminus quittiert. Die Aktien gaben nach Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen mehr als zehn Prozent auf 14,07 € nach. WestLB-Analyst Thomas Langer sagte, zwar sei die Gewinnsituation in der dominierenden Handy-Sparte bei Nokia im zweiten Quartal gut gewesen. „Aber dies wird angesichts der erwarteten schwachen Umsatzentwicklung nicht reichen, um dem Aktienkurs zu beflügeln“, sagte der Analyst.

Handy-Sparte leidet unter Dollar-Abwertung

Neben der weiterhin schwachen Verfassung der Netzwerk-Sparte gerät Nokia als Weltmarktführer für Mobiltelefone nun auch in seiner Handys-Sparte unter Druck. „Der Umsatz bei Nokia Mobile Phones wird im dritten Quartal konstant oder geringfügig unter dem Vorjahreswert liegen, da vor allem der Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum an Wert verloren hat“, teilte Nokia mit. Um das für das Gesamtjahr von Nokia bekräftigte Absatzplus von zehn Prozent bei Mobiltelefonen gegenüber dem Vorjahr zu erreichen, müsste das Weihnachtsgeschäft deutlich anziehen.

Der weltweit zweitgrößte Mobiltelefon-Hersteller Motorola hatte bereits am Dienstag über einen gesunkenen Absatz im zweiten Quartal berichtet. Ein Grund war der scharfe Wettbewerb auf dem weltgrößten Mobilfunkmarkt in China. Der Weltmarktführer für Mobilfunknetztechnik Ericsson wird am Freitag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlichen. Analysten erwarten, dass der schwedische Konzern zum elften Mal in Folge einen Quartalsverlust ausweisen wird.

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