Scheitern einer Kooperation mit KPN
Telekom lässt die Finger von O2

Die Deutsche Telekom wird kein Angebot für den britischen Mobilfunkkonzern O2 abgeben. Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen mit der niederländischen KPN seien ergebnislos beendet worden.

BONN/DEN HAAG. Die Telekom machte ihr Scheitern am Dienstag in Bonn offiziell. KPN bestätigte die Gespräche und bekundete ebenfalls, nicht mehr an einer Übernahme von O2 Deutschland interessiert zu sein.

Nach Angaben aus Branchenkreisen wollten die beiden Konzerne das britische Unternehmen aufteilen, wobei KPN die deutsche Tochter übernehmen sollte und die Telekom die britische. Nach einem Pressebericht wollten KPN und die Telekom bis zu 14 Milliarden Pfund (20,4 Milliarden Euro) für ihren Konkurrenten zahlen. Mit der Zerschlagung wollten die Unternehmen ihre Position auf den jeweiligen Märkten stärken. So hätte die Telekom mit einer Übernahme der britischen O2-Aktivitäten ihre Stellung in Großbritannien ausgebaut und die KPN-Tochter E-Plus hätte mit O2 Deutschland zu den Marktführern T-Mobile und Vodafone aufschließen können. Die Telekom verbuchte auf dem hart umkämpften britischen Mobilfunkmarkt im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um zehn Prozent, während die Kundenzahl um 63 000 auf 16,1 Millionen sank. Das operative Ergebnis verbesserte der britische Ableger allerdings. KPN hatte im Frühjahr bereits eine alleinige Übernahme von O2 versucht, von den Plänen aber wieder Abstand genommen. Auch bei der Telekom sind die Überlegungen zu O2 nicht neu. So wurde bereits intern ein Erwerb zusammen mit der spanischen Telefonica durchgespielt.

O2, die durch eine Abspaltung der Mobilfunkaktivitäten der British Telecom entstanden war, hat konzernweit 24,6 Millionen Kunden unter Vertrag. Davon entfielen 8,4 Millionen auf die in München angesiedelte deutsche Tochter, die damit als kleinster Netzbetreiber hinter E-Plus liegt. O2-Chef Peter Erskine hatte Ende Juli noch beteuert, keine Fusionsgespräche zu führen.

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