Schicksal der Telecom Italia
Telefónica tritt erneut auf den Plan

Im Ringen um das Schicksal der Telecom Italia tritt erneut die spanische Telefónica auf den Plan. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, sprechen die Spanier derzeit mit den Italienern. Den ersten Schritt hätte aber die Telecom Italia selbst gemacht. Denn die ist offenbar mit den bestehenden Offerten nicht zufrieden.

kk / scm MAILAND / MADRID. Die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete am gestrigen Donnerstag, Telefónica wolle in dem Fall, dass die Gespräche mit dem US-Konzern AT&T und der mexikanischen America Movil scheitern, ein eigenes Angebot vorlegen.

AT&T und America Movil verhandeln derzeit exklusiv mit dem Telecom-Italia-Hauptaktionär Pirelli, der über die Finanz-Holding Olimpia mit nur 18 Prozent der Anteile das Telekomunternehmen kontrolliert. Amerikaner und Mexikaner wollen jeweils ein Drittel der Olimpia-Aktien übernehmen. Das restliche Drittel soll zunächst in der Hand von Pirelli und der Benetton-Familie bleiben, die mit 20 Prozent an Olimpia beteiligt ist – mit der Option, nach einem Jahr zu verkaufen. Aus Kreisen von Telefónica ist zu hören, dass Pirelli unter allen Umständen verkaufen wolle; „wir werden aber nicht unter allen Umständen kaufen“, hieß es aus Spanien.

Offiziell will Telefonica einen möglichen Einstieg bei Telecom Italia nicht kommentieren. Nach Angaben des „Corriere della Sera“ sind die Spanier bereit, drei Euro je Aktie zu zahlen – 18 Cent mehr als die Amerikaner und deutlich mehr als die 2,36 Euro, die Telecom Italia-Aktie am Donnerstag an der Börse wert war. „Für Telefónica ist ein Einstieg bei Telecom Italia durchaus sinnvoll“, sagt ein Mailänder Analyst. „Die Spanier sind vor allem an TIM Brasil interessiert.“ Die profitable brasilianische Mobilfunktochter von Telecom Italia, die in dem Land einen Marktanteil von einem Viertel hat, ist sowohl für Telefónica als auch für America Movil interessant. America Movil ist direkt in Brasilien präsent, und Telefónica agiert dort mit Vivo, einem Joint Venture mit Portugal Telecom.

Doch nicht nur Telekomkonzerne werden als mögliche Kandidaten für Olimpia gehandelt. Auch italienische Banken wie Intesa Sanpaolo und Mediobanca verhandeln derzeit nach eigenen Angaben mit Olimpia. Dabei könnten sich die Banken selbst an Olimpia beteiligen und so den italienischen Charakter des Unternehmens wahren oder als Zwischenhändler für andere Interessenten agieren.

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